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2002, Part
Three Zur Erinnerung, bevor wir mit dem letzten, die Trilogie meines persönlichen diesjährigen Film-O-Rama abschließenden Kapitel durchstarten, und zur Orientierung vorangestellt nochmals der dazugehörige sternige Bewertungsschlüssel... * - miserabel "Dich Kriegen
Wir Auch Noch": An Klassiker des psychologischen Horrors wie "Die
Frauen Von Stepford" ****(*) unübersehbar angelehnt, werden hier
auf bedrohlichste Weise die jugendlichen Schüler eines abgelegen
Inselstädtchens scheinbar über Nacht ihrer Individualität
beraubt und reihen sich ein in die immer umfangreicher werdende Gruppe
jener schauderhaft sauberen, angepaßten, strebsamen Heranwachsenden,
wie sie sich besorgte, dem unrebellischen, kontrollierbaren, die eigenen
Wertmaßstäbe nicht in Frage stellenden Gleichmaß zugeneigten
Eltern eigentlich nur wünschen können... "Die Welt Ist
Nicht Genug": Bei weitem besser als die miserable, humorlose Materialschlacht
des vorhergehenden James Bond, "Der Morgen Stirbt Nie" *. In den Siebzigern
und Achtzigern, als Kind und Teenie, war ich noch sehr angetan von den
Bondstreifen, v.a. jenen mit Roger Moore, mittlerweile, als Thirtysomething,
muß ich konstatieren, auch wenn "Die Welt Ist Nicht Genug" immerhin
noch gute Unterhaltung bietet, daß ich mittlerweile wohl für
solche überzogenen Agentenstories einfach zu erwachsen, zu reif,
na, vielleicht auch einfach nur zu alt geworden bin... **(*) "Night Of The
Living Dead": Hmmm....was soll ich zu meiner Verteidigung vorbringen..?
Ich hatte den Film bislang nicht gesehen und die Neugier auf diesen
schwarz-weißen 1968er Horrorklassiker von George A. Romero war
einfach auch heute noch groß genug, um sich dafür mitten
in der Nacht, kuschelig in eine Decke gewickelt, auf's Sofa zu fläzen.
Sich einem solchen alptraumhaften Nervenkitzel freiwillig auszusetzen,
ist anscheinend unabhängig von der persönlichen mentalen Entwicklung
in den letzten Jahrzehnten, noch immer verlockend und in mir tiefer
verwurzelt, als ich mir selbst, so ganz ohne rationalisierende Vorbehalte,
nur ungern eingestehen möchte. Die kindlich-naiven Urängste
wollen wohl offensichtlich weiterhin aus dem Schatten des Unterbewußtseins
heraustreten und konfrontiert werden... "Alien":
Ein Klassiker. Ach ja .... es gibt da natürlich noch einen Teil 3 und 4... - beide nicht mehr wirklich notwendig erscheinend, dennoch ebenfalls gut gemacht, das Thema bis auf den letzten Tropfen auspressend und für alle, die sich dem Schatten ihrer Angst aussetzen möchten, genauso sehens- oder präziser formuliert: erlebenswert. ****(*) und ****(*) "Spider Attack":
Warum aber dann auch noch dieses? "Anatomie": Vor allem für einen deutschen, ein sehr sehr guter Thriller mit Franka Potente. Dieser Benno Führmann gibt aber auch wirklich einen wahnsinnig überzeugenden Psychopathen ab... - uups, hab' ich jetzt zuviel verraten? **** "Ressurrection": Ein "Sieben"-Nachzieher mit Christopher Lambert. Gut & spannend. ***(*) "The Beach": Interessantes Aussteigerdrama von Danny Boyle. ****(*) "Leon": Sehr harter Thriller und zugleich ein einfühlsames Psychogramm über einen in selbstgewählter, fast schon autistischer Isolation lebenden Profikiller und ein zwölfjähriges Mädchen, welches in seine geordnet-abgeschlossene Welt einfällt, da sie mit seiner Hilfe die Ermordung ihrer Familie zu rächen hofft. ***** "Mulan": Ein wie schon gewohnt farbenfroher, witziger und spannender Zeichentrickfilm von Disney. Zauberhaft! ***** "Wehrlos": Routinierter Thriller aus Hollywood, also nichts weltbewegendes, aber unterhaltsam. Zudem wurden die involvierten Figuren recht gut psychologisch herausgearbeitet - wenn ich auch bei seinem ersten Auftreten bereits ahnte, daß Timothy Hutton abermals den Bösewicht verkörpern dürfte... ***(*) "Bowfingers Große Nummer": Amüsante Komödie mit Steve Martin und Eddie Murphy über einen mittellosen, dafür jedoch ideenreichen und in bester Ed Wood'scher Tradition naiv-enthusiastischen Filmproduzenten in Hollywood, der einen neurotischen Actionfilmstar in seiner neuesten hanebüchenen Produktion unterzubringen versucht, ohne daß dieser davon weiß oder sein eigenes Team von eben diesem Umstand Kenntnis erlangt. **** "Ghost Dog":
Wie bereits an seiner düster-lakonischen, symbolbeladenen Westernballade
"Dead Man" ersichtlich war, geht Kultregisseur Jim Jarmusch sehr spielerisch
und offen mit den Konventionen des jeweiligen Genres um in welchem er
sich bewegt und läßt diese manches Mal gar völlig sich
aufheben. So war von vorne herein klar, daß dies alles andere
als ein stupider, eindimensionaler Gangsterfilm werden würde. Zwar
gibt es natürlich manche Schießerei und man wird von ein,
zwei Ausbrüchen an Brutalität geschockt, vielmehr jedoch geht
es in dieser bedächtig-wirkungsvoll dahingleitenden cineastischen
Parabel um menschliche Tugenden wie Loyalität, Freundschaft, Ehre
und Kommunikation. Ein Beispiel ist die Beziehung des Profikillers Ghost
Dog (brillant wie immer: Forrest Whittaker) zu dem französischen
Eisverkäufer, welcher zwar kein Wort englisch spricht, mit dem
ihn dennoch tiefes Verständnis über alle Sprachbarrieren hinweg
verbindet. "Fight
Club": Dieser David Fincher ("Alien 3", "Sieben") wird immer schäger!
Eine glänzende, beständig surrealer werdende Erzählung,
welche in die Abgründe des Menschen eintaucht, in ästhetischen,
düsteren Bildern mit vielen Nuancen coloriert und von den überragenden
Edward Norton und Brad Pitt in den Hauptrollen getragen. Da viele von euch diesen Film und damit das Finale bereits kennen dürften, will ich noch ganz kurz meine Interpretation desselben zum besten geben. Und zwar hat sich bekanntermaßen Edward schließlich mit der Tatsache seiner Schizophrenie konfrontiert, damit, daß er sich sein überkommene Ansichten und einengende Lebensstrukturen negierendes Alter Ego Brad nur deshalb aus einem schattenhaften Winkel seines Verstandes selbst erschuf, weil er für sich alleine nicht in der Lage zur Revolution war, nicht alleine in der Lage, den toten leeren Kokon der ihn umgab aufzubrechen. Als er also mit dieser Erkenntnis in ein neues Stadium der geistigen Gesundheit und sicherlich erweiterten Selbstbewußtheit übergeht, erkennt er zusammen mit Helena durch das riesige Panoramafenster, wie die vielstöckigen Bürogebäude ringsum durch jene von Brad gelegten Sprengsätze in sich zusammenstürzen, gleichsam im Außen seine vorhergehende seelische Krankheit symbolisierend, welche nicht nur ihn allein, als Individuum, sondern die gesamte zubetonierte Gesellschaft zu betreffen scheint, welche wiederum nun sich mit seiner (Brads) radikaler Hilfestellung ebenfalls einem heftigen Reinigungsvorgang und einem anschließenden Neubeginn unterzieht. .................. Oft
sind ja Soundtracks gerade mal bessere Sampler-Zusammenstellungen; nicht
so dieser, der komplett von den DUST BROTHERS kreiert (äh, ...
ja) wurde. Wie nennt man das? Chill out? Ambient? Slow-Motion-brumm-brumm-Techno?
Ich kenn' mich ja da nicht aus. Durch meinen Mitbewohner kam das Teil
in meine Hände und lief daraufhin einige Zeit beim abendlichen
Pre-Bed-Relaxing. Jedoch: Wo war der irre Song, der die Schlußszene
begleitete, in der Edward Norton und Helena Bonham Carter aus dem Fenster
beobachten, wie die Stadt um sie herum in die Luft fliegt? Augenscheinlich
war dieser nicht von den Dust Brothers. Kürzlich konnte mich mein
Mitbewohner auch in dieser Hinsicht aufklären: Es handelt sich
dabei um "Where is my mind?" von den PIXIES, die manchmal
als Urväter des Grunge bezeichnet werden - das dazu gehörende
Album ist "Surfer Rosa" von 1988. "Wing Commander": Nette Sci-Fi-Unterhaltung. Sowas zieht man sich jedoch wirklich nur, wenn man sonst nichts besseres vorhat und einfach mal wieder zu müde ist, seine Aufmerksamkeit anspruchsvolleren Dingen zuzuwenden... *** "Der Elfengarten":
Nun, wie das im Leben so ist, während man sich irgendwelche Trivialitäten
einverleibt, verpaßt man schnell mal ein solches essentielles,
hochgeistiges Kunstwerk, welches laut Eddi zu den grandiosesten mystischen
Bilderreisen aller Zeiten hinzugezählt werden müsse, einer
eindringlichen Vision hin zu paradisischen Gärten folgend und thematisch
vielleicht etwas an H. P. Lovecrafts "Das Weiße Schiff" oder "Celephais"
erinnernd. "Helden Wie Wir" & "Sonnenallee": Beides Verfilmungen desselben Autoren, beides Polit- und Gesellschaftssatiren über das Leben wie es wohl damals war oder hätte sein können hinter dem abgeschlossenen Vorhang des sozialistischen Staates der DDR. Einige Situationen und Stimmungen dürften allerdings jedem irgendwie bekannt vorkommen, der seine Jugend mehr oder doch eher weniger erfolgreich hinter sich gebracht hat... **(*) & **** "Reine Nervensache": Nicht ganz so genial wie ich's mir vorher ausmalte, aber durchaus mit guten Einfällen und köstlichem Wortwitz versehen. Billy Crystal und Robert DeNiro in Hochform! ****(*) "The Green
Mile": Beeindruckendes und bewegendes Plädoyer für die
Humanität. ****** "Verbrechen Und Andere Kleinigkeiten": Ja, es gibt wirklich so viele Filme von Woody Allen, die man noch nicht gesehen hat. So wie dieses recht sarkastische Gesellschaftsportrait aus dem Jahre 1989, in welchem die smarten Erfolgsmenschen - wenn auch nicht immer allzu glatt - scheinbar mit allem, selbst einem Auftragsmord, durchkommen. Wo dem eher oberflächlichen Leichtlebigen alles mühelos zufällt, während der (natürlich von Allen selbst dargestellte) idealistische und ewige Loser am Ende mit nichts dasteht, indem die von ihm behutsam umworbene sensible Angebetete sich unvermittelt Arm in Arm auf einer Party mit dem verabscheuten, forschen und selbstverliebten Erfolgsregisseur wiederfindet - und schießlich sich das eigene ambitionierte filmische Dokumentarprojekt über einen - mehrmals in Einblenden zu Wort kommenden - lebensbejahenden Philosophen in Rauch auflöst, als dieser sich völlig unerwartet das Leben nimmt... ****(*) "Blair Witch
Project": Die originelle Idee war einfach zu verlockend, weshalb
ich mich nach kurzen Zögern mit den drei Studenten auf den Weg
durch den Wald von Blair machte, um sich wieder mal das Fürchten
lehren zu lassen. Letztlich war der Ausflug in die Irre doch eine eher
ärgerliche Angelegenheit. Psychologisch ist es phasenweise recht
interessant das Verhalten der Personen innerhalb der kleinen Gruppe
zu verfolgen und man kann mit den Dreien, die sich in der großen
dunklen Wildnis verlaufen, zwar mitfühlen und -fiebern, wünscht
sich selbst jedoch recht bald aus dieser in am Tage verworrenen aber
beklemmenden, des Nachts nur leidlich gruseligen, vielmehr jedoch stressenden
Situation heraus und hält nur durch, weil man doch noch wissen
möchte wie's denn schließlich endet. Der - sicher auch budgetbedingte
- Kunstgriff, niemals zu zeigen was vor sich geht, was denn nun die
Verirrten im Dunkeln und Zwielicht der Videokamerabeleuchtung tatsächlich
attackiert, birgt zugegebenermaßen einiges an Wirkung, doch vor
allem Heathers ständiges Geheule, Gekreische und Gehyperventiliere
zerrt einem letztlich beständig zunehmend nur noch an Geduld und
Nerven. *(*) "Sphere": Na, wenn das Script zu diesem Streifen nicht komplett bei "Event Horizon" abgeschrieben wurde, dann weiß ich auch nicht, wie soviel Synchronizität jemals zustande kommen könnte... Auch hier muß sich eine in den Tiefen des Meeres (des Weltalls, bei "Event Horizon") verschollene Gruppe Menschen in der Gegenwart einer außerirdischen Kraft mit ihren von dieser in die Realität gerufenen eigenen Traumbildern, verdrängten traumatischen Erfahrungen und unterbewußten Schattenseiten auseinandersetzen. Nicht mehr so 100%ig originell, aber spannend und gut! **** "Stigmata": Zwar sympathisiere ich sehr mit der Grundassage dieses Filmes, wirklich begeistern konnte er mich dennoch nicht. Trotz eigentlich guter schauspielerischer Leistungen von Gabriel Byrne und Patricia Arquette bleibt das alles doch recht unterkühlt und unnahbar. **(*) "End Of Days": "I hob a naia Aaaakschnfuim 'dreeht!" ... der ganz ordentliche Unterhaltung bietet, viel mehr jedoch auch nicht. Der Streifen hat seine Momente, wenn etwa der Teufel unseren Helden mit allerlei Tricks und Versuchungen breitschlagen möchte und seine schwache Stelle sucht, um ihn sich willig und gefügig zu machen. Nicht nur hier bekommt Arnie im übrigen von einem bösartig guten Gabriel Byrne die schauspielerischen Grenzen aufgezeigt. Letztlich bleibt wie zu erwarten die höllische Symbolik nur die Fassade vor der wieder einmal ein maßloses F/X- und Actionspektakel abgefackelt werden kann. **(*) "Kopfgeld": Unglaublich intensiver Thriller mit Top-Besetzung! ***** "Antz": Genialer, sozialsatirischer, sprichwörtlich fabel-hafter Animationsfilm! Nicht nur die Stimme des Hauptakteurs Z wurde von Woody Allen geliehen, nein, sie könnte glatt aus einem seiner eigenen Filme stammen. ***** "Dune": Nun, da bin ich also nie dazu gekommen, Frank Herberts mittlerweile klassische Literaturvorlage zu lesen, nie dazu, David Lynchs mittlerweile klassische Verfilmung von Mitte der 80er zu sehen - und wurde nun diesbezüglich in meiner konsequenten Ignoranz zum ersten Mal inkonsequent, will heißen, ich zog mir doch tatsächlich diesen billigen TV-Dreiteiler...! Nein, schlecht gemacht war er nun wirklich nicht, und die Story, wie auch die in selbiger interagierenden und um die Vorherrschaft auf dem Wüstenplaneten Arrakis kämpfenden, detailiert dargestellten fiktionalen Kulturen welche Herbert sich ausdachte, sind durchaus interessant und die weite Reise wert. Science Fiction, politische Intrigenspiele und ein Hauch von Mystik erwarten einen! ****(*) "Austin Powers 2": Launig-überdrehte, knallbunte Agentenfilmparodie, im Niveau zwischen spleenigem Klamauk als auch urkomischen Szenen und Anspielungen auf Popkultur & Filmklassiker pendelnd. Also wir, Peter und ich, haben uns bei diesem schrillen, bunten Schelmenstück bestens amüsiert (welches das Ansehen alleine wegen einer unglaublich betörenden Heather Graham in atemberaubenden sexy Outfits rechtfertigte! Jach.....) **** "The Big Lebowski": Die anderen Filme der Coen-Brüder ("Barton Fink" & "Fargo" kenne ich noch), ebenfalls mit deren ganz eigener Handschrift, sind auch gut, aber das ist mit Abstand ihr witzigster und bester! Nach wie vor die genialste und abgedrehteste Komödie aller Zeiten!!! Kult!!! ****** "Das Leben
Ist Schön": Die ganz andere Art sich mit dem realen Horror
unserer Geschichte auseinander zu setzen: mit Humor! Es beginnt als
heitere romantische Komödie und verliert seinen Optimismus und
die Lebensfreude nicht, als der Jude Guido im Laufe des Zweiten Weltkrieges
mit seiner Familie ins Konzentrationslager verschleppt wird, ohne jedoch
damit das wirklich geschehene Grauen der Lächerlichkeit preiszugeben.
Beim bittersüßen Ende des Filmes fühlte man dennoch
einen mächtigen Kloß des Mitgefühls im Halse stecken. "Schindlers
Liste" ....läßt einen wirklich erschüttert zurück.
Man steht fassungslos vor diesen Geschehnissen, der Räumung des
Krakauer Gettos und dem anschließenden Arbeitslager, vor vielfachem
Mord und kaltblütiger Grausamkeit, und fragt sich, wie das alles
denn möglich sein kann, wie Menschen anderen Menschen soetwas überhaupt
antun können. "Wer nur ein einziges Menschenleben rettet, rettet die ganze Welt" "Eyes Wide Shut": Seeeehr seltsam. Weiß wirklich nicht, was ich davon, von Stanley Kubricks letztem Werk, halten soll - und werde nun wohlweißlich es unterlassen dieses Erotikdrama hier amateurhaft analysieren zu wollen. Hmmm... jedenfalls kann ich mir kaum vorstellen, daß in Arthur Schnitzlers "Traumnovelle" derart häufig das Wort "ficken" vorkam, haha.... ** "The Sixth
Sense": Definitiv kein Horrorfilm. Spannend ist er und atmosphärisch
dicht, unkonventionell und mit übersinnlicher Thematik, aber definitiv
kein Horrorfilm. Die brillant durchkonzipierte Story spare ich mir mal
nachzuerzählen, diesen phantastischen Film sollte sich sowieso
niemand entgehen lassen, ihn ein jeder zumindest einmal gesehen haben.
Alleine die schauspielerische Leistung von Haley Joel Osment und Bruce
Willis, wie auch den Mut sich eines solchen spirituellen Themas ohne
irgendwelche reißerische Effekthascherei erzählerisch ernsthaft
zu nähern, sind bereits alle Anerkennung wert. "Der Herr Der
Ringe - Die Gefährten": Besser kann man Tolkiens großartige
Vorlage eigentlich nicht filmisch umsetzen. Bildgewaltig, monumental,
spannend, traumhaft. "Little Buddha": Bernardo Bertoluccis Meisterwerk, das für manchen Interessierten durchaus zu einem guten Einstieg zum Buddhismus werden könnte. Der Film verfolgt dabei zwei Handlungsstränge: einerseits geht es in der Gegenwart um die Suche nach der Reinkarnation eines buddhistischen Lama, während parallel dazu die historische Legende des Königssohnes Siddhartha Gautama erzählt wird, welcher alle irdische Macht und Sicherheit, alle irdischen Reichtümer und Sinnenfreuden hinter sich zurückläßt, um durch Versenkung und Meditation die Menschheit aus dem sich unaufhaltsam drehenden Kreislauf von Werden und Vergehen, Tod und Wiedergeburt, der Anhaftung ans Dasein und daraus hervorgehendem Leiden zu befreien und erlösen. Schließlich erlangte er unter einem Bodhibaum tatsächlich die Erleuchtung und wurde zum Buddha, dem Erwachten - im Film in einer wahrlich bildgewaltigen Sequenz traumhaft umgesetzt und dargestellt. ****** "Hinter Dem Horizont": Nun läßt sich mittlerweile völlig ohne Übertreibung oder auch nur dem Hauch eines Zweifels konstatieren, es hier mit dem phantastischsten Film zu tun zu haben, welcher jemals über die mit Behutsamkeit zu behandelnde, immens bedeutsame Übergangsthematik der menschlichen Seelenwanderung ersonnen wurde! ****** "Viele
Menschen So. Zum krönenden
Abschluß könnt ihr euch bei Interesse noch den folgenden
Streifzug durch die ganz eigene Kunstform der Comedy-Serien eingeben. "Married
With Children": Sicher eines der Urviecher amerikanischer Sitcoms
und mittlerweile natürlich reichlich abgenudelt. Dennoch gebührt
Al Bundy, Peggy, Bud, Kelly & Co. selbstvertändlich ein ewigwährender
Spitzenplatz in der Ruhmeshalle der Schenkelklopfreizer! Eine sarkastische,
natürlich gnadenlos überspitzte Zurschaustellung der Schwächen,
Macken, Niederträchigkeiten von Individuum, Gesellschaft und alltäglichem
Leben, über die Gier (meist nach Sex und Geld), Neid, Mißgunst,
Egoismus und das überwiegende Scheitern von persönlichen Hoffnungen
und Träumen, dem Streben nach dem kleinen oder großen Glück,
welches immer wieder mit anderen, in der Regel äußerlichen
Dingen verknüpft wird. "Ein Herz
Und Eine Seele": Ja, auch das gab's mal, eine richtig gute und
(zumal damals) originelle deutsche Comedyserie! Wieder nehmen wir Anteil
an einer eigentlich ganz normalen, schrecklich netten Familie, welche
auch hier natürlich etwas überzeichnet wurde und in deren
Mitte er residiert: Alfred Tetzlaff, das Urbild des rechthaberischen
Egomanen, Patriarchen, Haustyrannen, politisch Verbohrten, Vorurteilsbehafteten,
Besitz-, Status- und (vornehmlich auf andere bezogen) Leistungsorientierten,
der sich die Tatsachen und Zusammenhänge gerne mal so hinbiegt,
daß sie bequemerweise erst gar keinen Konflikt mit seiner ganz
eigenen Sicht der Dinge provozieren können ... schlicht: das Bild
des archetypischen Spießers, ebenso unleidlich wie gleichsam faszinierend
in seiner bornierten Haltung und der Interaktion mit seiner in ihrem
Gleichmut schwer geprüften Umwelt. Allein schon diese zeitlose
Charakterzeichnung macht die Sache auch heute noch erwähnens- und
sehenswert! "Lateline":
Wurde kurzzeitig zum "Frasier"-Nachfolger auf dem 0.30 Uhr Sendeplatz
bei Sat.1; und da man von liebgewonnenen Gewohnheiten nur ungern abläßt,
zumal dieser zeitliche Fixpunkt der Nacht zumindest so etwas wie den
Anschein einer, wenn auch sehr lockeren, losen Struktur verleiht, habe
ich's mehrmals angetestet. Kein Vergleich, denn wenn in insgesamt circa
30 gesehenen Minuten zwar einige halbgare, aber nicht mal ein wirklich
brauchbarer Gag gezündet wird, ist das schon ein Armutszeugnis.
Aus der Idee einer Mediensatire bei einem Blick hinter die Kulissen
eines Nachrichtensenders, hätte man doch ansprechenderes sich ersinnen
können. Bei der heutigen Schwemme an wirklich guten Comedys ist
man recht zügig dabei, ein Häkchen hinter offensichtlich schwächere
zu machen - in diesem Fall vielleicht gar zu flott? Wer weiß,
doch ich glaube nicht... * Nun, im Schnelldurchlauf, einige weitere Serien, welche über ein kurzes Antesten oder vielleicht einige wenige Folgen bei mir ebenfalls nicht hinaus kamen.... "Fast Wie
Zuhause" *** "Cheers" ***(*) - aus dieser Serie entstand übrigens "Frasier", der hier ab und zu mal in die titelgebende Bar einfällt, um den wenig erbauten bis mitfühlenden Anwesenden das Eheleid mit seiner exzentrischen Frau zu klagen. Diese Nebenfigur fand beim Publikum solchen Anklang, daß daraus ein eigenes Format entwickelt wurde - glücklicherweise! Unter anderem spielten bei "Cheers" bekannte Gesichter wie Ted Danson, Woody Harrelson, Shelley Long und Kirstie Alley mit. "Sex And The City" **(*) - auch wenn's intelligent ausgedacht und gut umgesetzt ist, kann ich als alter bekennender Macho mit den mannigfaltigen Sex- und Liebeserlebnissen von vier modernen New Yorker Emanzen doch eher weniger anfangen ... es wird mir einfach zu permanent und penetrant über Beziehungen geredet, getratscht, analysiert, die Leute zu sehr auf ihr Balz- und Partnerschaftsverhalten reduziert, als daß ich mir vorstellen könnte, mehr als nur einen kurzen Flirt sondern eine dauerhafte und intimere Bindung mit dieser Sitcom einzugehen... Ich
sag jetzt mal: Es gibt durchaus Frauen, die sich jede Folge dieser Serie
ansehen und dabei glauben, sich mit den Hauptdarstellerinnen identifizieren
zu können, obgleich ihr Leben in Wahrheit extrem spießig
und oberflächlich ist. Solche Erfahrungen macht man beim Essen
in der Kantine, wenn am Nebentisch laut getratscht wird. Und denkt sich
nur: "Welt, wohin?".
Nothing is static Har,har... - Martin - ...und nun zu den weiteren absoluten Highlights... "Caroline In The City": Ungemein sympathische und natürlich in mancher Hinsicht sich kontrastierende Charaktere in vielschichtigen Begebenheiten, machen dies zu einer amüsanten und sehenswerten Aufführung zugespitzten modernen Zusammenlebens. ****(*) "Irgendwie L.A.": Dito. ****(*) "Die Liebe Muss Verrückt Sein": Dito. **** "Chaos City": Dito. *****(*) "The King Of Queens": Dito. ***** "Susan": Dito. **** - spielt in der Redaktion eines Lifestyle-Magazins, übrigens mit Brooke Shields in der Titelrolle, ließ jedoch unerklärlicherweise etwas nach, als der Laden aufgekauft und übernommen wurde von einem Typen den Eric Idle verkörpert. *** "Futurama":
Der schrille Wahnsinn, was "Simpsons"-Erfinder Matt Groening und Co.
an schillernden Charakteren, bizarren, kuriosen und doch irgendwie realistischen
Orten und ihren Bewohnern, technischen Errungenschaften, gesellschaftlichen
Entwicklungen und Begebenheiten sowohl mit extraterrestrischen als auch
irdischen Spezies, in diese grandiose Zeichentrick-Science-Fiction-Satire
eingebaut haben! Exorbitant, diese faszinierende Ideenvielfalt, einfach
nur ssssuuuuper, diese nahezu einzigartige Massierung an ooooobsoluten
Hammergags! Zudem immer wieder von einer bestechenden gesellschaftlichen
oder psychologischen Hintergründigkeit, welche brillante Filme
oder Comedys eigentlich grundlegend auszeichnen sollte. ****** " The Simpsons":
Der bei "Futurama" bereits erwähnte bestechende gesellschaftliche
und psychologische Tiefgang gilt zweifellos genauso für diese Zeichentrickserie.
Zwar bin ich nun auch hier versucht, all die auftauchenden Charaktere
kurz zu skizzieren, welche zwar auch bestimmte Typen besetzen, jedoch,
wie man nach einigen Folgen erkennt, durchaus vielschichtig angelegt
wurden, oder ein paar der superben, desöfteren sensibel sozialsatirischen
Stories nachzuerzählen, aber das würde hier schlicht zu weit
führen und letztlich doch am Kern vorbeigehen - das muß man
einfach selbst gesehen haben! Wozu noch immer ausreichend Gelegenheit
besteht, da die "Simpsons" dankenswerterweise permanent um 19:00 auf
Pro7 wiederholt werden. "South Park":
Vier Achtjährige und deren ganz eigene Sicht auf ihre Welt ...
in welcher es zuweilen doch gehörig schräg zugeht. Rebellisch,
fies, sympatisch ehrlich, gnadenlos vulgär oder einfach mal mutwillig
gewalttätig, aber gelegentlich durchaus einfühlsam, immer
wieder maßlos abgedreht in seinen Geschehnissen, schonungslos
in seiner Gesellschaftskarikatur, ist dieser absichtlich optisch auf
leicht diletantisch getrimmte Comicstrip sicherlich nichts für
Kinder. Daß hingegen - wie in einer gelungenen Doku über
die Serie zu sehen war - einige Moralapostel öffentlich gegen "South
Park" zu Felde ziehen, ihm einen verderblichen Einfluß auf die
Jugend unseres Planeten zumessen und darin einen weiteren Nagel im Sarg
der abendländischen Zivilisation zu erkennen glauben, es am liebsten
auf einem zensorischen Scheiterhaufen brennen sehen würden (logischerweise
nur zu unserem Besten...), adelt die Serie noch zusätzlich...
****** "Coupling": Hier gehts ähnlich "Sex And The City" auch ständig um Sex und Beziehungen, aber mit herrlich trockenem, frivolem britischem Humor! Und voller genialer, wirklich witziger Einfälle! Kurioseste Verwechslungen, wilde Phantasien, peinliche Situationen, schrille und doch lebensnahe Charaktere, die mitunter sehr verschiedenen Betrachtungsweisen von Männern und Frauen auf dasselbe Thema, all das und so vieles mehr mit leichter Hand wie messerscharf pointiert inszeniert - wunderbar! Bereits jetzt, nach einem guten Dutzend Episoden spielte sich "Coupling" aus unserer Sicht locker unter die fünf besten Sitcoms aller Zeiten! ****** "Der Mann An Sich": Letzteres gilt auch hier, alleine die Identifikationsfigur des - wenn er seiner Nachbarin Brenda auf die unmöglichsten Arten nachstellt - oft libidogesteuerten, arbeits- und verantwortungsscheuen, sympathischen und genialen Kindskopfes Jamie lohnt das einschalten... ***** "Becker": Wieder mal mit Ted Danson, diesmal als misantropischer Hausarzt (...) in der Bronx. ***** "Home Improvement":
Wenn Testosterone und Östrogene aufeinandertreffen... - nun, ich
hoffe doch, diese kleine hormonelle Metapher sei mir erlaubt... Das
Ehe- und Familienleben steht hier in Mittelpunkt, doch es geht dabei
längst nicht so krass zu wie beispielsweise bei den Bundys. Gags
dienen gerade auch hier nicht nur als Selbstzweck, sondern Bezeihungen
zwischen Ehepartnern, Freunden, Nachbarn, Vätern und Söhnen
etc. erfahren deshäufigeren ebenso eine durchaus ernsthafte Thematisierung. "Keine Gnade
Für Dad": Auch hier geht's um den alltäglichen Wahnsinn
in einer an sich ganz normalen Familie. Vor allem die aufmüpfige
Tochter Lilly macht Vater Sean desöfteren zu schaffen, wobei die
abschätzigen Kommentare seines eigenen Dads oder der leichtlebige,
verantwortungslose Bruder Eddie auch keine großen Hilfen sind,
soetwas wie geordnete Verhältnisse aufrecht zu erhalten... "Seinfeld": Schräge, aber ungemein liebenswerte Charaktere, absurde Situationen und Ansichten, köstliche Dialoge und Begebenheiten, welche sich oft um Nichtigkeiten drehen oder aus solchen resultieren und eine leicht neurotische Grundstimmung erzeugen, waren Garanten für einen der größten Comedy-Erfolge überhaupt. Man muß allerdings schon ein paar Episoden auf sich wirken lassen, kurz mal reinschauen bringt da nicht viel, bevor man die leicht abseitigen, alles andere als eindimensionalen Figuren und den skurrilen Humor völlig verstehen kann. Superb! *****(*) "Action": Vielleicht das Krasseste, was jemals in der Kunstform der Komödie erdacht wurde! Es spielt hinter den Kulissen Hollywoods, dort, wo die Traumfabrik zum Alptraum mutiert - da haben die Autoren wohl ziemlich aus dem Nähkästchen geplaudert. An jenem ernüchternden Ort hinter dem magischen Schein, wo bei Filmproduktionen, beim Tanz ums goldene Kalb, um Macht und Moneten, jeglicher Anstand und alle Moral verlöschen, wo Konkurrenzkämpfe ausgefochten werden, Profilneurosen blühen, den Stars alle möglichen Versprechungen gegeben werden damit sie arbeiten, potentiellen Geldgebern in den Allerwertesten gekrochen wird, während man niedriger getellte Mitarbeiter wie den letzten Dreck behandelt. Hier finden sich wieder: der überspannte, zynische Produzent Peter Dragon (wunderbar fies: Jay Mohr, welcher auch den Bob Sugar in "Jerry Maguire" gab), sein schleimerischer wie intriganter Assistent, der ausgebeutete und als Person überhaupt nicht wahrgenommene Drehbuchautor, realitätsfremde und drogenabhängige Actionstars, inkompetente oder höchst exzentrische Regisseure und so weiter und so weiter... - und das soll nun witzig sein? Oh ja! Natürlich satirisch völlig überzeichnet und manchmal hart an der Grenze des guten Geschmacks, aber was ist denn schöner und befreiender, als die Niederträchtigkeiten der Menschen und des Daseins zu veralbern, all dies nicht wirkich ernst zu nehmen und laut darüber zu lachen? *****(*) "Frasier": Die beiden Brüder sind einfach unschlagbar. Wahrscheinlich die genialste und hintersinnigste Serie überhaupt. ****** - ist dies nun das Ende? -
- tatsächlich das Ende? -
- wirklich und unwiderruflich das Ende? -
- jau, aber hoffentlich!!! - - Heiko, 12/2002 - Nun, nach all dem, bleibt nur noch die Feststellung bestehen, daß das Leben an sich, milliardenfach abgefilmt alleine schon auf diesem unserem "Planet Hollywood", noch immer die wunderlichste Geschichte von allen ist... |
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