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Terminator 3
- Rebellion der Maschinen (2003)
Der
durchschnittliche Kinobesucher von "Terminator 3" ist Ende 30,
tritt in Rudeln von vier bis fünf Gleichaltrigen auf und verhält
sich, als ob er alle drei Jahre ein Kino von Innen zu sehen bekäme.
So stellte es sich zumindest mir dar; das muß ja nicht repräsentativ
sein. Es gäbe jetzt noch mehr über die Eigenschaften des typischen
Cinemaxx-Publikums zu sagen, aber da mir diesbezüglich schon Misanthropie
vorgeworfen wurde, lasse ich das diesmal.
"Terminator 3" ist ja ein Film für's Mainstream-Kino, der
vielleicht nicht so platt wie "Tomb Raider 2" ist, aber an Klassiker
wie "Blade Runner" oder die "Alien"-Reihe (mit Abstrichen)
nicht heran kommt.
Mein Favorit bleibt der erste Teil der Reihe von 1984, dessen düstere
und bedrohliche Atmosphäre von keinem der Nachfolger nochmal erreicht
wurde. Nie "schauspielerte" Arnold Schwarzenegger als T-800
einsilbiger und maschinenhafter, nie war die Dramaturgie rasanter. Und
der Soundtrack war ebenso minimalistisch wie genial und nicht durch irgendwelche
Rock-Bands verhunzt. Die Spezialeffekte wurden damals sehr spärlich
eingesetzt, was hauptsächlich am Budget lag, und überhaupt wirkte
der ganze Film ziemlich B-Movie-mäßig, nicht zuletzt wegen
Linda Hamilton als Sarah Connor.
Wir erinnern uns: 1984 taucht ein Cyborg, ein kybernetischer Organismus,
eben der Terminator, in Los Angeles auf, um die Kellnerin Sarah Connor
zu töten. Er kommt aus dem Jahr 2029, in dem ein erbitterter Kampf
der wenigen verbliebenen Menschen gegen die Maschinen tobt, nachdem diese
nach dem Atomkrieg
die Weltherrschaft übernommen haben. Sarah Connor wird John Connor
gebären, der die Menschen zum Sieg über die Maschinen führen
soll. John sendet ebenfalls einen Vertrauten, Kyle Reece, aus der Zukunft,
damit dieser seiner Mutter beisteht. Kyle wird schließlich der Vater
von John, eine der Zeitparadoxien, die den Reiz dieses Films ausmachen.
Der Terminator tötet Kyle, bevor er von Sarah Connor in eine Schrottpresse
gelockt wird, die seine Technik endgültig zerstört. Die schwangere
Sarah setzt sich in der Schlußsequenz des Films durch die Wüste
nach Mexiko ab.
Im zweiten Teil (1991 im Kino, jedoch etwa 2 Jahre später angesiedelt)
wird erneut ein Terminator, diesmal das Modell T-1000, das seine Gestalt
verändern kann, aus der Zukunft auf John Connor angesetzt. Zum Schutz
seines jüngeren Alter Egos schickt John Connor eine umprogrammierte
Kopie des T-800 aus Teil 1 hinterher. 1997 soll die nukleare Katastrophe
durch den Supercomputer Skynet herbeigeführt werden, die die Herrschaft
der Maschinen begründen soll. Die aus einer psychiatrischen Anstalt
befreite Sarah Connor beschließt mit Hilfe des T-800 und ihres Sohnes
den Erfinder des Skynets zu ermorden, wobei ihnen der T-1000 (Robert Patrick,
der übrigens in den letzten Staffeln von "Akte X" die männliche
Hauptrolle spielte) ständig auf den Fersen ist. Dieser Erfinder,
Dyson, hatte aus dem Arm des Terminators, der aus der Schrottpresse übrig
geblieben war, die notwendigen Daten gewonnen. Als Dyson die Dimensionen
seiner Erfindung erkennt, hilft er den anderen bei der Zerstörung
seines Labors und stirbt bei der Explosion. Der T-1000 wird schließlich
in einem Stahlwerk vernichtet, und auch der T-800 gibt sich in einer rührenden
Szene der eigenen Termination preis, um einen nochmaligen Nachbau bzw.
den Wiederaufbau des Skynet-Computers zu verhindern. Soweit so gut.
Teil 3 nun macht
alle Hoffnungen wieder zunichte. Sarah Connor ist 1997 an Leukämie
gestorben. John Connor ist mittlerweile erwachsen geworden und lebt als
drogenabhängiger Obdachloser im Untergrund, als der Terminator T-800
bzw. ein, des Wiedererkennungswertes wegen, identisch aussehender Cyborg,
wieder aus der Zukuft auftaucht , um ihn vor einem zweiten Terminator,
diesmal weiblich und als T-X bezeichnet, zu schützen. Außerdem
kommt die Tierärztin und frühere Klassenkameradin von Connor,
Kate Brewster, ins Spiel, die laut den lakonischen Aussagen von T-800
dazu bestimmt ist, mit John Connor den Kampf gegen die Maschinen anzuführen,
die aber von ihrem Glück noch gar nichts weiß. Irgendetwas
ist in der Zukunft also doch schief gelaufen, und der Zuschauer soll gleich
erfahren, was, denn zur gleichen Zeit infiziert ein Computer-Virus die
weltweiten Datennetze, und die Regierung sieht sich gezwungen, das Computerprogramm
Skynet (aha!) einzusetzen, das ihn eliminieren soll. Wenige Sekunden nach
dem Start des Programms stellt man jedoch mit Entsetzen fest, daß
Skynet die Herrschaft über alle militärischen und kommerziellen
Datennetze errungen hat und nun beginnt, die Menschheit zu vernichten,
u. a. mit den grobmotorischen Vorläufern der Terminatoren, die in
geheimen militärischen Fabriken gebaut wurden. John Connor und Kate
Brewster versuchen nun, das Zentrum des Skynet-Computers in einem Bunker
in den Bergen zu zerstören, was sich jedoch als erfolglos erweist,
denn Skynet ist das weltweite Datennetz, also dezentral und damit
nicht zu eliminieren. T-800 hat dies gewußt und zerstört sich
und T-X, nachdem er Connor und Brewster im Bunker in Sicherheit gebracht
hat. Kurz darauf beginnt die atomare Katastrophe und der Kreis zu "Terminator
1" schließt sich.
"Terminator 3" ist nicht ganz so special effects-lastig wie
sein Vorgänger, bringt aber vor allem in der ersten Hälfte Action
(bzw. Äktschn) ohne Ende. Jemand, der am Haken eines rasenden
Autokrans hängend durch (!) eine 200m lange Häuserzeile gewuchtet
wird, muß in Amerika einfach Chancen auf einen Gouverneurs-Posten
haben. Überhaupt hat der ganze Film eine leicht selbst-ironische
Tendenz, z. B. bei der in allen drei Filmen vorkommenen Suche des anfangs
nackten Terminators nach dem passenden Leder-Outfit - diesmal hat er in
einer "ladies only"-Stripshow Erfolg, indem er den Akteur auf
der Bühne dazu bringt, sich etwas schneller auszuziehen. Es gibt
dann noch ein paar Anspielungen auf Film-Klassiker, z. B. auf Django mit
seinem Sarg voller Waffen, den er hinter sich her schleppt, oder in der
Szene, als Kate Brewster auf dem Friedhof Friedhof dem weiblichen Terminator
begegnet, die an den Anfang von "Night Of The Living Dead" erinnert.
Regie führte erstmals nicht James Cameron, sondern Jonathan Mostow.
Der obligatorische
one liner ("Ich komme wieder!" bzw. "Hast la vista, Baby!")
ist diesmal scheinbar nicht vorhanden.
Als Referenz an den ersten Teil lief im Abspann dessen markante Titelmelodie,
aber die hat das oben erwähnte Durchschnittspublikum nicht mehr mitbekommen,
da es beim Einsetzen der Laufschrift wie aufgescheucht den Saal zu verlassen
begann.
Nun ja, wer Teil 1 und 2 angeschaut hat, wird sich auch "Terminator
3" geben, der im Großen und Ganzen recht unterhaltsam ist und
eine weitere Fortsetzung möglich erscheinen läßt, welche
nun folgerichtig in der Zukunft spielen müßte.
- Martin - 08/03
Nachtrag 03/04:
Bezug nehmend auf einen Eintrag im Gästebuch (Nr. 92) muß ich
folgendes anmerken:
Möglicherweise hat Dyson in Teil 2 die notwendigen Daten des Terminators
auch aus dessen CPU gerettet, die in der Schrottpresse nicht vernichtet
worden war. Mir liegt der Film momentan nicht vor; nach meiner Literatur-Recherche
(Filmgenres: Science Fiction. Reclam-Verlag 2003) war es der Arm, der ja
auch aus der Schrottpresse herausragte und nicht zerstört wurde. Wobei
sich dann natürlich die Frage stellt: Haben Terminatoren sowas wie
DNS, aus denen man dann neue Cyborgs klonen kann?
Meine These, daß John Connor im dritten Teil drogenabhängig ist,
beruht auf der Ansicht von Kate Brewster, und ich hab' das auch irgendwo
gelesen (hm, hab' vergessen, wo). Würde ins Bild passen, das anfangs
von John Connor gezeichnet wird und würde seinen Verfall gut illustrieren.
Ist ja auch nicht untypisch, daß Junkies in Arzt- bzw. Tierarztpraxen
einbrechen. Soweit ich mich erinnere, geht John da recht routiniert vor,
so, als ob er das schon öfter gemacht hätte. Aber, wie gesagt,
das ist eine These.
Nachtrag 09/04: Es gibt eine "Special Edition"-DVD von
"Terminator 1" auf der eine nicht verwendete Szene zu sehen
ist, wie ein Wissenschaftler (von Skynet?) aus der Schrottpresse einen
Microchip birgt. Den Dogmatikern stellt sich nun die Frage: Darf eine
Szene, die eigentlich apokryph ist, in die Diskussion mit einbezogen werden?
Auch interessant:
Ursprünglich sollte Lance Henriksen den, dann jedoch viel schmächtigeren,
Terminator spielen. Auf der erwähnten DVD gibt es gezeichnete Entwürfe
dazu. Er taucht dann schließlich nur in einer Nebenrolle als Detective
Vukovich auf.
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