| Wiederveröffentlichung
der Besprechung aus NONKONFORM #4/ASCENSION im Juli 2001 - Original April
1999.
DEAD MOON - Hard
Wired In Ljubljana - Live Mono (‘97)
DEAD
MOON hörte ich das erste Mal, als ich im Anfang ‘99 abends bei
Bier und Chips mit einem Bekannten zusammensaß und dieser nach
einem Tape gesucht hatte, das ich unbedingt anhören müßte.
Er hatte DEAD MOON mal in einem Kaff im tiefsten Oberbayern gesehen
und meinte, sie seien „nur geil“. Die Musik, die DEAD MOON machen, läßt
sich sicher in eine Kategorie einordnen, nur kann ich diese nicht benennen.
Ich hab’ dann etwas nachgeforscht (aufgrund ein paar spärlicher
Infos von Heiko, der mal einen Doku-Film mit dem Titel „Hype!“, in dem
DEAD MOON vorkamen, gesehen hatte, ein altes REVELATION rausgekramt)
und herausgefunden, daß DEAD MOON ebenso wie NIRVANA oder SOUNDGARDEN
aus Seatlle kommen und schon ziemlich früh in jener Szene aktiv
waren, aus der später das entstand, was als „Grunge“ bekannt wurde.
DEAD MOON schafften nie den Durchbruch, ich vermute, sie wollen das
auch gar nicht. Im Plattenladen fand ich ein paar Tage später gleich
vier Vinyle vor, von denen ich mir das Live-Doppelalbum von ‘97 mit
nach Hause nahm. DEAD MOON bestehen auf diesem Album aus dem Hauptsong-writer
Fred Cole (guitar & vocals), einer Frau namens Toody (bass &
vocals) und Andrew Loomis (drums). Gespielt wird ziemlich einfacher
Rock’n’Roll-Punk, oder wie immer man das nennen mag - was man halt mit
durchschnittlichen Gitarre-, Bass- und Schlagzeugkenntnissen so spielen
kann. Doch das ist hier nicht der Punkt, denn DEAD MOON leben ihre Musik;
traurig, wütend oder melodisch und lärmig; um was es in den
Texten geht, ist da erstmal zweitrangig. Ganz klar, hier sind Besessene
am Werke. Fred Cole nimmt seine Platten konsequent in Mono auf, was
in Zeiten, wo jeder Schrott digitally remastered wird, schon ein Kuriosum
darstellt. So kommt der ganze Charme dieser Alben am besten auf Vinyl
rüber, oder als Tape-Kopie mit Titeln in krakeliger Handschrift.
„Absorb and capture Dead Moon in their element live on stage. It’s
a revelation for every one of us, including me“, so hat’s jemand
auf’s Cover geschrieben, und das kann man so stehen lassen.
- Martin - |