Neulich im Radio
... und im Plattenladen
... und Zuhause
(u. a. mit (in der Reihenfolge
des Erscheinens) Dream Theater, Eloise, Pink Cream 69, Balance Of Power,
Majesty, Slipknot, Judas Priest, Pallas, Stone Temple Pilots, Iced Earth,
Antithesis, Staind, Biohazard, Limp Bizkit, Crazy Town, Linkin Park, HIM,
Blink 182, Backyard Babies, Hammerfall, Stormwind, After Forever,
IQ, Timothy Pure, Poverty's No Crime, Tote Hosen, Grave Digger, Gamma Ray,
Manowar, Cobalt 60, Rough Silk, Queensryche, Blumfeld, Vangelis, Kamelot,
Amorphis, King's X, The Mission, Anathema, RPWL, Gandalf, Mike Oldfield,
Alan Parsons, Savatage, William Orbit, Ayeron, Symphony X, Pendragon, Shadow
Gallery)
Vorwort: Einigen
unter euch, denjenigen nämlich, welche uns tatsächlich bereits
seit der Steinzeit unserer schreiberischen Umtriebe begleiten sollten,
wird diese Rubrik eventuell noch schemenhaft bekannt vorkommen, da ich
hier aus einer meiner verwegenen Launen heraus eine Idee wieder aufgreife,
welche schon damals in NK1 Verwendung und erwartungsgemäße
schlampige Umsetzung fand. Es handelt sich hierbei um die spontanen Einschätzungen
aktueller Songs und Bands, die in der HR 3 Radiosendung "Hard'n'Heavy"
(Mittwochs, von 23 bis 24 Uhr) liefen. Wann immer ich Lust dazu haben
sollte, setze ich mich hin und haue all das, was mir in dieser Momentaufnahme
durch den Kopf geht in den PC, möglichst ohne dann später allzu
viel daran nachzubearbeiten. Vielleicht bereitet euch das Lesen des folgenden
Sammelsuriums ebensolchen Spaß, wie mir das Erstellen desselben;
dieser war und ist denn auch die primäre Intention dieser Rubrik,
da man mit solchen quasi aus der Hüfte geschossenen Statements zu
einem oder ein paar Stücken einer Band eben derselben nur sehr bedingt
gerecht werden kann, sollten sie schlußendlich von niemandem ernster
genommen werden als von mir selbst...
Wie ich jetzt, nachdem ich
diesen Beitrag beendete, feststellen darf, ist daraus ein recht ansehnliches
buntes Gemisch entstanden, das in seinen Auswüchsen weit über
das ursprüngliche Ziel hinauswucherte.
Ob dies nun wie seinerzeit
eine einmalige Angelegenheit bleiben oder aber eine Fortsetzung erfahren
wird, lasse ich mal offen, denn selbst das weiß, wie es kürzlich
eine unserer liebsten Poetinen und Anderweltstimmen in die Stille hauchte,
allein die Zeit....
Los geht's....
Wir steigen lustigerweise
mit einer Band und Nummer ein, deren Titel und Namen ich beide nicht mitbekam
- ist das Sideprojekt von Dream
Theaters James LaBrie. Geht
in etwa auch in Richtung seiner Hauptgruppe, bißchen experimenteller,
weniger zugänglich vielleicht. Vor allem bei den Gitarren- und Keysoli
zeigt sich, daß ihm kompetente Leute zur Seite stehen; und er selbst
veredelt einfach jedes Lied mit seiner unverkennbaren Wunderstimme!
Eloise
mit 'ner Ballade von ihrem Debut, "Wasted Time" glaube ich. Guter Sänger
und Instrumentierung, sauber und ordentlich, kompositorisch jedoch die
übliche durchschnittliche Hardrockschiene.
Pink Cream 69
- Shame: Besser als damals, ansonsten ist's mir immer noch schlicht und
präzise auf den Punkt gebracht: zu bieder.
Balance Of Power:
Siehe PC 69 & Eloise.
Majesty:
Keine DT-Coverband, sondern eine sehr ordentliche schwedische Melodic-Hardrockband.
Slipknot
- Six Six Six: Harhar, was sind die Jungs aber mies drauf ... da wird gerumpelt,
gebrüllt, gehaßt und sich ausgekotzt was das Zeug hält.
Für solch pubertären Krach konnte ich mich noch nie erwärmen
- eine Negativität, auf die sich eigentlich niemand herunter ziehen
lassen sollte. Dergleichen gibt's wirklich ganze, vollständige Alben?
Und tatsächlich Leute, die sich das auch noch reinziehen?? Unbelievable...
Judas Priest
- Bloodsucker: Alte Bekannte, welche da mit scheinbar Altbekanntem wieder
einmal den Weg an mein Gehör finden, einem Cut aus dem letzten Album
"Demolition". Guter Metal, dagegen ist nichts einzuwenden -besser zumindest
als das Titelstück des Comebacks ('98 oder '99) "Jugulator", welches
als ziemlich hektisch, kraftlos, schlicht grottig mir im Gedächtnis
blieb-, außer vielleicht, daß nicht nur der neue Sänger
Owens frappant nach Rob Halford klingt, nein, der ganze Song ließe
sich bruchlos ins zehn Jahre ältere "Painkiller" einfügen! Was
mich persönlich bei Formationen wie Priest unwahrscheinlich nervt,
sind diese, in Kombination mit der ständigen Kopie ihrer selbst, öden
Klischees, mit denen sie spätestens seit dem 88er "Ram It Down" zu
einer drögen Comic-Strip-Metal-Band mutierten - nicht durch die knallige
Musik, nein, vielmehr durch das Niederschreiben alleine schon der Titel
in dieser Ausführung, fliegt mit fast die Schädeldecke weg!!!
Nimmt man noch die Cover, Texte usw. hinzu, kann man eigentlich nur noch
abwinken. Brutal, was einem da geboten wird Mann, brutal! Ja, ich weiß,
Priest haben in den Achtzigern, wenn ich mich nicht irre, maßgeblich
zur Gestaltung dieses Metal-Images beigetragen, aus meiner heutigen Sicht
sind sie jedoch nur noch ein humorloser Witz, der mehr als einmal zu oft
erzählt wurde. Erstarrt in musikalisch und textlich überholten
Formen. Na ja, meiner Lästereien zum Trotz wird auch der "Demolator"
zweifellos noch sein Publikum finden.
Pallas:
Unspektakulärer aber dennoch gutklassiger Prog-Rock, der allerdings
nie über einen begrenzten Insider-Status hinaus gelangen wird, da
es dem Sänger leider ein klein wenig an Charisma mangelt.
Das "Purple" Album
gefiel mir sehr gut, nachdem ich das Debut trotz griffiger Singles wie
"Plush" als Pearl Jam Kopie ignorierte, dann verlor ich die Stone
Temple Pilots aus dem Blick.
Der gespielte Track aus ihrem neuen, ich glaube fünften Output, ließ
allerdings nur wenig Wiedersehensfreude aufkommen. Hart, zäh und düster
quälte sich der Sound aus den Boxen - wo sind bloß die unwiderstehlichen
Melodien und Refrains, wo der mitreißend emotionale Gesang geblieben,
Jungs?!?
Nein nein, damit kann
man mich heutzutage nun wirklich nicht mehr vom heimischen Sofa locken.
Eine Handvoll Beispiele aus dem neuen Machwerk "Horrorshow" von good old
Iced
Earth zeigten, warum. Die
messerscharfe metallische Inszenierung, um die eine oder andere originelle
Ausstattung nicht verlegen, wirkt nach wie vor frisch, lebendig und einladend,
gut und kompetent wie immer eigentlich, sollte man meinen. Nein, nicht
die Instrumentierung, sondern vor allem der Heldentenor ist's, an dem das
schaurige Schauspiel ein wenig kränkelt. Sicher, er gibt sein bestes,
doch wie mir nur, zu meinem Leidwesen, zu konstatieren bleibt, gelingt
es seinem gepreßten Gesang größtenteils nicht, über
ein, mit kleinen technischen Hilfen zu kaschieren gesuchtes, ausdruckloses
-sorry- Genöhle aufzusteigen.
Die Band hatte ich schon
seit längerem aus den Augen verloren, nachdem mir das erste und mehr
noch das nachfolgende Album außerordentlich gefielen - deren Sänger
jedoch, wie ich heute nach dem ersten Auflegen der Platten seit Jahren
feststellen mußte, ebenfalls alles andere als herausragend waren
-, fand ich zwar "The Dark Saga" immer noch ziemlich gut, so richtig begeistern
konnten sie mich jedoch damals schon nicht mehr. Heute weiß ich,
warum.
Das Feuiletton wird wieder
artig (vereinbarungsgemäß) zur neuen Aufführung Beifall
klatschen, Kenner feinsinnigerer Künste jedoch werden weiterhin Besuche
in ihren verschwiegenen Schattengalerien oder weltberühmten Traumtheatern
vorziehen und dort in tausendfacher Gestalt emotionale Zusammenkunft sowie
alltagsweltüberschreitende Heimat finden können.
Antithesis,
eine Progmetalband aus Amerika, zeigt sich auf ihrem Debut (?) tatsächlich,
wie von Moderator Reichert angemerkt, etwas überladen. Klang beim
ersten Eindruck zu sperrig, zerrissen und instrumental wie gesanglich in
der Melodieführung nicht allzu überzeugend. Sorry guys, sowas
kann, oder vielmehr will ich mir mittlerweile einfach nicht mehr
reintun...
Staind
(glaubte erst "Stan" als Namen verstanden zu haben...oder so) mit "Too
Much Pressure" fühlen sich in den weiten Regionen des Emo-Rocks zuhause,
in seiner eher härteren Variante, erinnern damit zwangsläufig
etwas an Alice In Chains oder auch Pearl Jam, was ja durchaus kein Fehler
ist, und scheinen, wie ich hörte, mit ihrem Debut (?) in den Staaten
ungemein abzuräumen; besser solch ehrliche, authentische, aus dem
Bauch und Herzen kommende Musik findet Gehör, als eine weitere trendige
Gesichtslosigkeit oder ein gleich von der Industrie zusammen gecastetes
künstliches Retortenprodukt, will ich meinen.
Gut. Punkt.
Biohazard
... - aha. Soso. Aha. Das sind sie also, die harten Jungs aus Brooklyn.
Geschepper und Rumgeschnauze, welchem man einzig dankbar ist, wenn es ein
Ende nimmt ... also, ohne Frage, ich hab' mich schon besser amüsiert.
Begeben wir uns nun
also, da die Gelegenheit günstig scheint, in aller Kürze einmal
und nicht ohne uns die Pulli-Kapuze tief ins Gesicht zu ziehen, auf einen
Sichtungsgang durch die weitläufigen Regionen der Teenie-Mucke,
nicht durch unwegsame, geheime und beschwerliche Pfade gelangt man dorthin,
sondern natürlich auf einem breiten Daten-Highway bestehend aus flackernden
Videoclipbildern auf kommerziellen Musiksendern und ebenso schrill-bunten
Magazinseiten in trendigen Zeitgeistpostillen, dessen Ränder flankiert
werden von allerlei windigem, aufdringlichem Händlervolk, welches
einem irgendwelche hippen Markenartikel und Merchandise aufzuschwatzen
versucht.
In diesem Spannungsfeld
machte ich (auch wieder meist über's Radio) Bekanntschaft mit deren
robusteren Vertretern ... von Limp
Bizkit hat man zwangsläufig
-so man sich für Musik interessiert sowie der heutigen Medienwelt
keine völlige Absage erteilt- schon gehört, und ich finde sie
z.T. gar nicht mal sooo übel, die Burschen scheinen auch nicht unsympathisch
zu sein, manches mal nervt das in diesen Fällen unaufhörliche
Rap-Geseiere und -Gebrülle über einem recht monotonen Scratchmetalgroove
jedoch einfach nur. Gecrossovert wurde im harten Rock ja schon immer, es
spricht auch absolut nichts dagegen, sich neuen Einflüssen gegenüber
zu öffnen. Man muß das Ergebnis selbstredend nicht mögen,
tolerieren hingegen sollte man es dennoch. Das würde ich mir durchaus
attestieren, mir hat sich allerdings bis heute noch nicht so recht erschlossen,
was, ganz allgemein gefragt, an all diesem Rap-Bla-Bla-Bla-Gedöns,
mit seinem möglichst coolen und gestylten Auftreten, mit mehr Schein
als Sein, eigentlich an Erbaulichem dran sein soll... Das frage ich
mich insbesondere bei einer Formation wie......shit, jetzt hab' ich auch
noch den Namen vergessen, wie hießen die noch gleich...?....ihr(e)
erste(r) Single & Hit hieß "Butterfly"...na, sei's drum, ist
eh' nicht der Rede wert..! - Crazy
Town!, Brrrrr....
Ganz ansprechend eigentlich waren die drei bisher vernommenen Songs ("Crawling"
& "In The End" hießen deren zwei) von Linkin Park, dynamisch-aggressive
jugendliche Frustbewältigung welche die Melodien trotzdem nicht vernachlässigt.
Wäre ich nur halb so alt wie jetzt, also um die 15, würde ich
da wahrscheinlich auch voll fett drauf abfahren, ha, ha...
HIM:
Ja, sind schon in Ordnung die Finnen, so 'ne Art lighte Version der noch
immer nicht so recht mit ihrem lang angekündigten Comeback zu Potte
kommen wollenden Fields Of The Nephilim; Songs wie "In Joy And Sorrow"
oder natürlich "Join Me (In Death)" muß man einfach ganz klar
durchwinken. Blink
182 rannten nach den immensen
Erfolgen von Melodic-Hardcore-Skater-Punks (jach, oder wie auch immer!)
wie Offspring, Green Day und Co. in jugendlichem Ungestüm scheunentorweit
offene Türen ein, und, da gibt es kein Vertuen, man muß sie
halt einfach mögen! Alles schonmal irgendwo gehört, klar, aber
die fetzigen Beats, ohrwurmigen Gitarren und Refrains lassen nicht nur
Teenager mitwippen und -singen, und sicherlich die Stimmung in jeder Großraum-Zappelbude
überkochen! Sowas würde ich inzwischen einem musikalisch &
textlich in lausigen Klischees erstarrtem traditionellem Metal, wie man
ihn immer und immer wieder vorgesetzt bekommt, allemal vorziehen.
Hach, wäre ich doch nur nicht so ein hüftsteifer alter Sack,
nur zehn Jahre jünger, mit einem schnellen Board unter den Füßen,
dann.....
(...ist das jetzt schon
die berüchtigte Midlife Crisis?!?)
In der Vorrunde der
Champions League, als der vor allem in der heimischen Liga nevende und
im Grunde ignorierenswerte F. C. Bayern mal wieder einen bedauernswerten
russischen Club (Spartak Moskau war's wohl) platt machte -und ich mit diesen
Worten mein Outing als Fussballfan begehe- schalteten wir zufälligerweise
in der Halbzeitpause mal rüber auf Viva 2 (ist wirklich nicht übel,
die restlichen Musiksender kann man eh komplett in der Pfeife rauchen),
als gerade das Video zum Song "Clash" der Backyard
Babies anlief, welches uns
doch immens zu amüsieren wußte. Klar, die Band, über die
Frank Göhringer im Mortal Sin bereits beherzt verbal hinwegbügelte,
hat musikalisch nicht allzu viel zu bieten, nur der übliche tausendmalgehörte
knarzige Street Rock halt, aber der Clip dazu - har har har! Darin haben
sie doch wirklich alle möglichen Sex, Drugs & Rock'n'Roll-Klischees,
die man sich so vorstellen kann, mit herrlicher, durchaus auch auf sich
selbst bezogener Ironie bedenkenlos überzogen dargestellt und veralbert!
Die Band, im Rocker-Outfit, tätowiert und verschwitzt, der Drummer
mit dem fettesten Backenbart der Musikhistorie, klopfte dabei erstmal ihr
Stück in einem geräumigen feudalen Hotenzimmer, Honeymoon Suite
oder so, herunter, einzelne Typen wälzten sich mit irgendwelchen leichtbekleideten
Groupies im edlen, breiten Bett, sie rauchten, soffen - undwassonstnochweiter,
die Sache wurde immer wilder, geriet immer mehr außer Kontrolle,
einer der Burschen schleppte natürlich den Fernseher zum Fenster und
warf ihn raus ... ich war hier schon mächtig am Schenkelklopfen, doch
als dann jemand anfing, auch noch mit seinem Motorrad durch's Zimmer zu
kurven und den Hinterreifen der Harley ordentlich auf den teuren Teppichen
durchdrehen ließ, rutschte ich vor Lachen endgültig röchelnd
vom Sofa...
Das ist grober und doch recht
feiner Anarcho-Humor, ganz so wie er mir gefällt, harhar!
"Making Enemies Is Good"? Jau...!
Hammerfall
werden offenbar zu den neuen aufgehenden Sternen am Metalfirmament in den
letzten Jahren gezählt. Selbst mir konnte dies trotz andauernder Abstinenz
in Sachen Rock Hard & Co. nicht vollständig verborgen bleiben,
was da an Lobeshymnen der Fachpresse vom Stapel gelassen und an Publikumsreaktionen
hervor gerufen wurde. Die Öffentlichkeit ist oft ohne allzu langes
Zögern bereit, neue Helden auf den Schild zu heben, manches mal natürlich
nicht zu unrecht, und gut sind auch Hammerfall, ja, letztendlich fehlte
mir bei den drei bisher gehörten Stücken allerdings dieser schwer
definierbare Funken der Genialität, der Einzigartigkeit, der Größe,
der Verheißung, welcher mein Interesse, wie schon desöfteren,
zu entflammen wüßte, mich unweigerlich dazu veranlaßte
Zeit und Geld aufzuwenden, um in Kontakt zu treten mit diesem Sendboten
anderer Zeiten, anderer Welten.
Es gibt sie, diese klangvisionären
Künstler, welche eine solche Aura ausstrahlen, doch sie sind in Wahrheit
eher selten anzutreffen.
Bei Stormwind
etwa sind vielversprechende klassisch-episch-dramatische Ansätze ins
komplex-hymnisch-metallische Klangbild, entfernt an Symphony X & Shadow
Gallery erinnernd, eingeflochten. Doch leider blieben sie im Verlauf des
gespielten Songs in allzu althergebrachten Strukturen, die sich vor allem
durch einfallslos häufiges Wiederholen des Chorus kennzeichnen, stecken.
Gut, aber wohl noch nicht mutig und phantasievoll genug, um am Thron oben
genannter Meister rütteln zu können.
Dynamische Rhythmen,
kongeniales, aberwitziges Zusammenspiel zwischen Keyboard & Gitarre,
melodiöse bis hymnische Melodieführung, auch schonmal wunderschöne
getragene Passagen, magische Atmosphären und Momente, klassisch-opernhafte
Sängerin ... ja, bei dieser Umschreibung sollte es doch klingeln,
oder?!? Aber nein, es waren nicht Nightwish welche da spielten,
sondern eine Formation namens After
Forever (deutet doch in eine
etwas andere Richtung, der Name...). So ist das halt, kaum hat etwas Erfolg
... aber was soll's, vielleicht sind sie nicht nur grandiose Musiker, sondern
desweiteren noch einen Hieb eigenständiger als es dieser eine Song
vermuten läßt. Sich diesen Namen mal vorzumerken dürfte
nun wirklich keine allzu große Herausforderung darstellen...
"My Pledge Of Aligeance"
bestätigt den ersten Eindruck, slower und düsterer als der erste
Song von After Forever und ebenfalls mit Klasse - unweigerlich, mit dieser
Formation ist zu rechnen!
Der bezirzende Gesang stammt
im übrigen von Floor Janssen, welche bereits auf "My House On Mars"
von Ayreon, die düster-melancholische Darbietung von Johan Edlund
kontrastierend, ein stimmliches Ausrufungszeichen zu Gehör
zu bringen wußte.
Auf einem Sampler entdeckte
ich das Stück "Capricorn" der Neo-Prog-Rock Legende IQ
und gelang zu der Überzeugung, die Engländer um den originellen
wie charismatischen Sänger Peter Nicholls wohl nunmehr doch nicht
länger ignorieren zu können...
Timothy Pure
vom gleichen Sampler entpuppte sich ebenfalls als positive Überraschung.
Super mellow Harmonien, sehr floydianisch, be-merkenswert!
Poverty's No Crime
konnten auch erstaunlich gefallen mit einer guten Komposition stilistisch
irgendwo zwischen Melodic- und Progressive Metal.
Und sogar, jawoll!,
die Toten Hosen
konnten mit ihren letzten Singles "Warum Werde Ich Nicht Satt?" und "Nur
Die Liebe Zählt" mehr als überzeugen. Durchdachte fetzige Musik
und beeindruckend nachdenkliche Texte.
Grave Digger
- Dito: Recht knallig, guter flotter Metal, wenn auch der Gesang nicht
völlig überzeugt. Hätte ich nicht vermutet, daß man
sich diese Jungs anhören kann, ohne sogleich den ununterdrückbaren
Impuls zu verspüren, sich ein dickes Kissen über den Kopf ziehen
zu wollen...
Erst dachte ich, es
sei was von Halfords Solosachen, doch nein, es waren Gamma
Ray mit, urgh, "Heavy Metal
Universe", einem straighten, traditionellen, Stirnrunzeln verursachenden
Metal-Song (wer hätt's geahnt?). Musikalisch recht passabel - aber
diese Klischees, diese KLISCHEES!!! Wo ist mein Kissen?!? Echt unerträglich.
Da kann man für Kai Hansen & Co. nur hoffen, daß dieser
Bolzen nicht exemplarisch für ihr derzeitiges Wirken steht....
Manowar
- Courage: Jaaaaa ..... da quillt einem das Heldenpathos gleich meterdick
aus den bedauernswerten Boxen entgegen... Hähä, na,
Ironie beiseite gelassen, ist es doch mal an der Zeit zuzugeben, daß
die Macho-Metaller aus den Staaten wirklich nicht schlecht sind, wie diese
ansprechende epische (Halb-) Ballade beweist. Wie immer halt seit anno
1983: Geschmackssache.
Ach ja, eines mit auf den
Weg noch:
Hail to the true Metal!!!!!
Hail and KILL!!!!!!!!!!!!
Tod allen Weicheiern!!!!!!!!!!!!!
Hihi...!
Sorry.
Mußte einfach auch
mal sein, haha...
Keuch, schnauf, okay, okay,
werden wir wieder ernsthaft und seriös!
Cobalt 60:
Dunkler Elektrosound mit fiesen, gepreßten Vocals.
Finster.
Sehr finster.
Ungemein finster.
Geradezu unanständig
finster.
Mehr Humor, allerdings
der unfreiwilligen Art, zeigen die deutschen Hardrocker Rough
Silk mit ihrem Titel "Burn
You Down". Lausiger, lascher Sound, magere Gitarren-Akkorde, garniert mit
etwas Key-Geklimper, dazu der in seiner unfähigen stimmlichen Schaurigkeit
ungeahnte Dimensionen erreichende Mensch am Mikrophon - ich frage mich,
wer allen Ernstes so etwas, an Einfältigkeit nicht zu Überbietendes,
tatsächlich hören möchte...
An solchen Beispielen
- und dies ist wohl ihr eigentlicher Wert - erkennt man wieder einmal in
aller Deutlichkeit, was man an Ausnahme-Formationen wie Queensryche
hatte und noch immer hat. Dieser Tage veröffentlichen die Triumphatoren
der dramatischen episch-emotionalen Rockmusik nach einer bisher achtzehnjährigen
Bilderbuch-Karriere das erste Livealbum. Ob man ein solches nun unbedingt
benötigt, wenn man die Studioalben bereits sein eigen nennt, ist eine
Frage, welche wie immer in solchen Fällen unbeantwortet im Raum steht.
Interessant wäre es bei Queensryche allemal, die alten Juwelen in
anderer Version zu hören, da sich jeder Abschnitt ihres Schaffens
mit völlig eigenständiger Charakteristik präsentierte; vor
allem wie sich Songs aus dem elegisch-dramatischen "The Warning", dem ebenfalls
noch immer sehr guten, wenn auch kühl-distanzierten "Rage For Order",
dem abgründigen, fast existentialistischen "Promised Land", dem eingängigen
wie anspruchsvollen "Empire", oder der eindringlichen Metal-Oper "Operation:
Mindcrime" in Live-Versionen anhören, darf gespannt erwartet werden.
Die aus den Aufnahmen gespielten "Queen Of The Reich" und "Empire" zeigten
sich schon mal in ausgezeichnetem Soundgewand, mit fett abgemischten Gitarren,
und ersteres wurde gar noch dynamischer gespielt als der originale Klassiker
des ersten Mini-Albums, darüber thronend und wie gewohnt brillierend
Geoff Tate, einer der wundervollsten, einfühlsamsten Sänger der
gesamten Weltengeschichte!
.....leider muß
ehrlicherweise hinzugefügt werden, daß auch die All Time Faves
Queensryche
auf ihren beiden letzten Alben unüberhörbar etwas nachgelassen
haben. Kompakter, einfacher und rockiger präsentieren sich die Seattler
Ausnahmekönner so manche Strecke auf "Hear In The Now Frontier" ('97)
und "QK2" ('99) gegenüber den epischeren und kunstvolleren Kompositionen
der Vergangenheit. Solch schwache Songs wie "Hit The Black", "Anytime /
Anywhere", "Get A Life" oder drei der letzten vier auf "QK2" -wobei "The
Right Side Of My Mind" sie abschließend wieder at their best zeigt-
sind Bürden, welche die besseren, die jedoch qualitativ ebenso zu
oft kaum an die Glanztage anknüpfen können, keineswegs aufzuwiegen
in der Lage sind. Schade um diese Band, aber an sie müssen einfach
andere Ansprüche gestellt werden als an andere. Alben, welche man
als gerade noch "gut" bezeichnen kann, sind für eine Band wie Queensryche
nun mal zu wenig! Vor allem, wenn man sich ausmalt, wozu die Jungs wohl
tatsächlich noch fähig wären...
Neulich im Plattenladen
(diese Erweiterung mußte
ja kommen...)
Blumfeld
- "Testament Der Angst"
Nach wie vor von der inneren
Offenheit, sprachlichen Trefflichkeit, betörenden Musik ihres 99er
"Old Nobody" sehr angetan, freute ich mich außerordentlich, daß
die Hamburger (glaube zumindest, sie kommen von dort - naja, wenn ihr
gesicherte Fakten-Fakten-Fakten wollt, müßt ihr schon was anderes
lesen...) wieder mit neuem Material am Start waren. Leider entpuppte sich
das Werk beim Reinhören als fast so pessimistisch, wie es der nicht
eben ermutigende Titel vermuten ließ. Im Bumenfeld des Jochen Distelmeyer
ränkt sich neuerdings allerlei vielstachliges Distel- und Dornengestrüpp.
Der gesamte Kern des Albums, ungefähr 5 oder 6 Stücke ab "Eintragung
Ins Nichts", beschwört in seinen Versen eine Hoffnungslosigkeit und
Tristesse, die, bei allem Respekt für deren Ehrlichkeit und aller
Nachvollziehbarkeit, mir das Ganze doch nur wenig genießbar erscheinen
lassen. Im Gegensatz zu der Vielzahl an berührenden Aussagen und
lyrischen Lichtschimmern auf "Old Nobody" ist mir persönlich der
Nachfolger einfach zu Depro, wie ich leider eingestehen muß. Ausnahmen
wie "Wellen Der Liebe" bestätigen hier nur diese Regel. Weiterhin
kommt erschwerend hinzu, daß die instrumentelle Seite die etwas
schwerverdaulichen Texte nicht auffängt und zu nichtssagend klang.
Typische Blumfeldharmonien zwar, aber zu beliebig, oft nichts wirklich
zwingendes, zudem zu kompakt, kaum Instrumentalparts, nicht viel mehr
als das Vehikel für die Texte - auch in diesem Feld also eher ein
Rückschritt.
Ich hab' sie im Laden stehen
lassen.
Ins Bild passend ist der
Live-Auftritt vom Bizarre-Festival (zumindest glaube ich es war dort -
wenn ihr gesicherte bla bla bla....), von dem im Regionalfernsehen ein
15-20 Minuten Ausschnitt gesendet wurde. Die ausgewählten, offensichtlich
älteren, mir gänzlich unbekannten Songs wie "Verstärker"
oder "Die Diktatur Der Angepaßten" waren regelrecht enttäuschend,
musikalisch ganz okay, aber textlich mal kontrovers mal fast völlig
unverständlich, hier rutscht mir dann schließlich doch die
ungern gebrauchte, weil niederschnetternde Vokabel "Pseudo-Intellektuell"
heraus.
Die mitgeschnittene Videoaufzeichung
hab' ich wieder gelöscht.
Schade, wirklich schade.
Vangelis
- "Mythodea"
Auch die neue Schöpfung
des ruhmreichen Griechen stellte sich nicht wie angenommen als sicherer
Pflichtkauf heraus, sondern ließ mich erst einmal zurückschrecken,
da sie zweifelsohne sehr komplexe, nur bedingt eingängige Formen
annahm. Großangelegt in Richtung Klassik tendierend, weitgehend
bestimmt von weiblichen Sopran-Stimmen/Chören, mal aufbrausend &
mal leise, mal rhythmisch & mal getragen, und leider, soweit ich erkennen
konnte, ohne die gewohnten hinwegtragenden, fließenden und ausladenden,
feingewobenen Instrumentalpassagen. Dadurch mangelt es vielleicht trotz
aller Wandlungen etwas an Abwechslung und Atempausen. Die Melodien
durchdringt, stärker noch als früher, ein mythologisches Flair,
welches Vangelis (ähnlich Kitaro mit seinen asiatisch / japanischen
Einflüssen) aus der musikalischen Tradition seines Landes bezieht.
Wie beim Vorläufer "El Greco" sind die einzelnen Parts nicht betitelt
und wieder als Movements kenntlich gemacht. Jedoch, waren bei diesem die
einzelnen Stücke, wie sich an unseren Titelgebungen
nachvollziehen läßt, mit einer jeweils völlig eigenen
charakteristischen Ausprägung versehen, klingt "Mythodea" im Gegensatz
dazu wie eine einzige über sechzigminütige Komposition, deren
Unterteilungen stringent aufeinander bezogen sind. Grob ausgesprochen
in etwa so, als würde man "Montserrat Salvat / Wuthering Heights"
auf die Länge eines kompletten Albums ausweiten. Hmm..... ich
hab's natürlich erstmal nicht mitgenommen, der Zwang dies zu tun
war keineswegs so unüberwindlich wie zuvor prognostiziert, zumal
der unverschämte Wegelagerer-Preis von DM 37 meinen finanziellen
Rahmen und die Schmerzgrenze dessen, was ich bereit bin für eine
CD auszugeben, leicht sprengte. Irgendwann, hoffentlich noch in
diesem Leben, andernfalls anschließend, wird sich sicherlich unversehens
die Gelegenheit ergeben tiefer vorzudringen ins versiegelte Reich Mythodea,
um ihm dann seine letztlich vielleicht doch noch himmelweit aufleuchtenden
Geheimnisse zu entlocken....
Kamelot
- Karma
Viel von dieser Band aus
zweiter Hand gehört, wollte ich mich von deren Stilistik und Qualitäten
selbst mal überzeugen. Sehr gut gemachter, zumeist etwas flotter
gespielter melodischer Heavy Metal, der als Dreingabe vom brillianten
Gesang eines Roy Khan (ehemals Conception) geziert wird. Wie gesagt durchaus
gutes Niveau allgemein und der letzte mehrteilige Song "Elizabeth" (oder
so ähnlich) scheint zu killen ... trotzdem kann ich, selbst auf die
Gefahr hin, daß sich das jetzt snobistisch anhören mag, heutzutage
nur sehr begrenzt Interesse für solche Musik aufbringen...
Amorphis
- Am Universum
Die letzte Scheibe
der Finnen Amorphis "Am Universum" brachte genauso wenig wie "Tuonela"
die angebrachte und zugetraute Weiterentwicklung. Ich ignorierte sie beide.
Alles ganz nett dargeboten, wirklich bewegend ist es indes nicht. Ja, klar,
sie experimentieren schon ein wenig mit verschiedenen Soundfarben und Synthesizerspielereien,
doch beim Wesentlichen, den Arrangements, dem Ausdruck, bewegen sie sich
nur auf vertrautem und massenpublikumswirksamen Terrain, bleiben meistens
in konventionellen Song-Schemata stecken. So stellt sich die Problematik
bei vielen Musikern die professionell arbeiten wollen eben dar: einerseits
möchte man als progressiv und sich entwickelnd gelten, fügt hier
und da mal ein neues Element hinzu, andererseits getraut man sich dann
doch nicht, den eigenen enggesteckten Rahmen zu verlassen, da man ja seine
bisher erspielte zahlende Kundschaft nicht verprellen und verlieren möchte,
nur zu verständlich, man muß doch schließlich essen. Amorphis
machen da keine Ausnahme, ich hätte ihnen mehr zugetraut, aber sie
sind nicht willens die musikhistorisch bereits allzu sehr ausgetretenen
Pfade zu verlassen. Sie besitzen zudem nicht die elementaren, charakteristischen
Qualitäten, welche eine Band zu einer unumgänglichen Erscheinung
emporheben, nicht den emotionellen Tiefgang von Anathema,
nicht die orchestrale Genialität von Therion,
nicht die atmosphärische und verschlüsselt-lyrische Brillanz
von Tiamat
(selbst wenn "Skeleton"....) und auch nicht mehr die eigene Frische und
schmissigen Melodien wie zu "Elegy" Zeiten. - Sorry, wenn das alles
jetzt zu hart klingen sollte, Amorphis stehen halt exemplarisch für
so viele, zudem permanent in der entsprechenden Fachpresse unhinterfragt
hochgejubelten und hofierten Formationen...
King's X
- Tapehead
Kenne ich auch nur aus dem
Laden und war damals durch die Hörprobe herb enttäuscht über
den eingeschlagenen Weg dieser bis dato außergewöhnlichen Formation.
Simpel, rockig, ohne sonderlich ausgeprägte Melodien, erinnerte an
dieser kompositorischen Ödnis kaum noch etwas an die glorreichen
Tage von "Gretchen Goes To Nebraska", "Faith, Hope, Love" oder auch "King's
X". Was damit beabsichtigt wurde, ist mir schleierhaft, denn die mit den
ersten sechs Alben erspielte Anhängerschaft dürfte mit diesem,
wie Doug Pinnick in einem Interview betonte, recht spontan entstandenen
Schnellschuß kaum zu halten gewesen und eine neue ebenso wenig hinzu
gewonnen worden sein.
The Mission
- Aura
Eine Kultband reformiert
sich. Nach der etwas poppigeren, aber nach wie vor sehr guten, "Masque"
und der zwiespältigen "Neverland", war so etwa '96/97 eine der faszinierendsten
mystisch angehauchten Rockbands am Ende, man ging auseinander. Nun sind
Wayne Hussey & Co. zurück auf der kulturellen Bühne, mit
einem neuen und, wie's scheint, ansprechenden Album, welches, verstärkt
gitarrenorientiert, keinen Anflug von Seichtheit aufkommen lassen möchte
und ohne weiteres an die Achtziger anknüpft. Typische Mission-Harmonien
wie bei "Mesmerized" oder "Dragonfly" hört man immer wieder gerne,
doch es fehlen vielleicht noch die atmosphärisch-emotionalen Überflieger
a la "Heaven On Earth", "Tower Of Strenght", "Butterfly On A Wheel", "Island
In A Stream", "Bird Of Passage"...... Da wird mir denn fast schon
wieder zuviel abgerockt, wobei die abschließenden "Cocoon" und "In
Denial" wohl durchaus mehr Raum zur Entwicklung verträumter, abgehobener
Stimmungen geben, selbige also erwartungsgemäß nicht völlig
missen lassend.
Nun, ich hoffe, es lassen
sich mit diesem Comeback genügend Anhänger zurückgewinnen,
damit uns The Mission noch länger erhalten bleibt.
Anathema
- A Fine Day To Exit
Huch, kaum stand mein Artikel
im Netz, tat das neue Werk der Briten, mit dem verheißungsvollen
Titel "A Fine Day To Exit" betitelt, gleiches im regionalen Media Markt.
Um abermals Zeugnis unserer unablässigen Bemühungen, möglichst
fett am aktuellen Zeitgeschehen dran zu sein, abzugeben, möchte ich
euch meinen ersten Eindruck, nach zweimaligem Anschnuppern, nicht vorenthalten.
Angesichts meiner überschwenglichen
Worte über den Vorgänger "Judgement" dürfte die Spannung,
mit welcher die Fortführung von mir erwartet wurde, nachvollziehbar
sein. Sie scheint auf den ersten Blick etwas leichtgewichtiger geraten,
aber dafür auch - vom rasanten "Panic" abgesehen - noch entspannter,
mit noch mehr Akustikgitarren-Arrangements. Sicherlich ebenfalls ein Klassealbum,
das man, wie eigentlich immer bei solch substantiellen Kunstwerken, natürlich
erst nach mehreren intensiven Durchläufen wirklich einzuschätzen
vermag. Da waren viele Anathema-typische Gitarren- und Gesangsharmonien
zu vernehmen, es hätte jedoch mehr solcher origineller, wie offensichtlich
absolut genialer, Stücke wie "Release" oder vielleicht "Temporary
Peace" bedurft, um mich zum Abdrücken eines, nach wie vor horrenden,
Kaufpreises von DM 30 zu bewegen. Naja, wahrscheinlich ist ihre Musik
mittlerweile einfach zu subtil, um sofort völlig für sich einzunehmen,
man müßte es halt Zuhause hören - vielleicht findet sich
ja in ein paar Jahren SH doch noch eine günstigere Kopie für
mich...
("oooooch..." - Mitleidsbekundungen
bitte ins GÄSTEBUCH, harhar...!)
Habe den Titelsong nochmal
auf einem Sampler der empfehlenswerten Zeitschrift Eclipsed
zu Hören bekommen und empfinde zumindest diesen, und dies nicht nur
für Anathema-Verhältnisse, sowohl von den Gitarren als auch
vom Gesang her, ein wenig zu farblos.
Hmmm...
RPWL
- God Has Failed
Super, was diese süddeutsche
Formation da auf ihrem 2000er Debut hingelegt hat! Und zwar können
sich sich selbst dazu beglückwünschen, ganz grob formuliert,
den Sound von Pink Floyd
der "Wish You Were Here" / "Dark Side Of The Moon" Phase kongenial ins
neue Jahrtausend transponiert zu haben! Den Vergleich können sie zwar
mit Sicherheit inzwischen nicht mehr hören, er kommt einem jedoch
zwangsläufig in der ersten Spontanität in den Sinn, da nicht
nur die Stimme des Sängers David Gilmours Timbre frappierend ähnlich
klingt. Ist ja auch alles andere als ein Vorwurf, da nicht wüst und
hemmungslos kopiert, sondern eine angemessene Eigenständigkeit gewahrt
wird und einem zudem von Floyd selbst seit Jahren (Jahrzehnten?) solche
Stücke wie "Hole In The Sky" nicht mehr vergönnt wurden. Wesentlich
phantasievoller als bei der Namensgebung (Initialen der vier Mitglieder)
gingen RPWL bei der Komposition zu Werke, dessen wird man sofort gewahr.
Vielleicht werd' ich das Album schon das nächste Mal mit nach Hause
nehmen...
Neulich, Zuhause...
(jaaa, auch das noch ...
ein paar Ultrakurzeinschätzungen)
Gandalf
- Visions 2001 & Gates To Secret Realities
Wie man bei ersterem das
in der Mitte des von Tolkiens "Der Herr der Ringe" inspirierten Albums
bereits auftauchende, mit Text versehene und einer schönen weiblichen
Stimme dargebrachte "Go On Believing", welches jedoch im Original bereits
bedenklich auf die, bei jedem Menschen verschieden gezogene Grenzlinie
zum Kitsch geradlinig zustrebt, nochmals als "Dance-Mix" (uuaaahh - ist
aber nicht so schlimm, wie es diese Bezeichnung androht) instinktlos an's
Ende einer bis dahin schon siebzigminütigen CD packen kann, wird
mir wohl auf ewig ein völliges Rätsel bleiben! Das Lied verfügt
zudem, wie angedeutet, fatalerweise über eine dermaßen anschmiegsame,
anhängliche Melodie, daß diese alles Vorangegangene komplett
verdrängt und nach dem Verklingen des letzten Tones somit anhaltend
und leicht penetrant im Geist herumspukt. Damit ist das Finale komplett
versaut worden und ein so genannter "Bonus" erweist sich abermals als
Riesennachteil!!! Man ist, ihr werdet das vielleicht kennen, im Schlummer-Zustand,
so er denn tief genug ist, kaum mehr in der Verfassung und vor allem keinesfalls
Willens, auch nur den kleinen Finger zu rühren, geschweige denn,
nach dem eigentlichen Schluß sich nach der Stop-Taste zu recken,
um sich durch diese Aktion in der altbekannten festgefügten Dreidimensionalität
widerwillig wiederzufinden.
Weiterhin ist die Idee, anläßlich
des anstehenden Jubiläums, dem Album eine zweite CD, welche einen
kurzen Blick über das Werk des österreichischen Daseinsharmonievermittlers
gewährt, anzuhängen, nicht grundsätzlich ebenfalls mißgünstig
zu kommentieren. Wenn sich der Ladenpreis durch diesen Zusatz an teilweise
bereits zur Genüge bekannten Stücken (zugegeben, die Auswahl
ist interessant!) jedoch auf lässige DM 45 Höhe schraubt, wird
so mancher an materiellen Gütern nicht eben reich gesegneter weltfremder
Musikadept ob dieser Tatsache doch etwas schwerer nach Luft zu schnappen
haben... Naja, ich für meinen Teil konnte es glücklicherweise
Second Hand für DM 19 abstauben und hätte mich, wäre dieser
Zufall nicht eingetreten, ansonsten auch nur aus unerreichbarer Ferne
danach verzehren können...
Aber nun genug davon.
Das sind nur ein paar kritische Anmerkungen zur Aufmachung, welche nicht
bequemerweise ungesagt bleiben sollten.
Auf der natürlich wesentlichen
und hier vollkommen lichten musikalischen Seite ist meinem bisherigen
Gandalf-Geistesflug eigentlich nicht viel hinzuzufügen, so will ich
es vermeiden, wiederum wild in der Gegend herumzumetaphorisieren. Auch
diese beiden Werke sind auf Reisende durch internale Sphären wartende
edenianische Klangwelten, jederzeit zugängliche akustische Zaubergärten
von betörender Filigranität, Vielgestaltigkeit und Schönheit
! ! !
Er macht ja nun bereits seit
über 20 Jahren, von einem gewissen und an sich selbstverständlichen
soundtechnischen und kompositorischen Wachstum über die Dekaden abgesehen,
im Grunde die selbe Musik - und doch ist ein jedes Werk Gandalfs immer
wieder eine neue Offenbarung, immer wieder möchte man wissen, welche
klingenden Schätze und Kostbarkeiten sich wohl hinter der nächsten
Türe verbergen mögen, und immer und immer wieder zieht es die
Seele von neuem dorthin!
Ihm selbst geht es diesbezüglich
wohl kaum anders. Auch Gandalf wird nicht müde, neue Räume zu
entdecken, zu erforschen und zu erlebbaren Wirklichkeiten auszufalten.
Wahrlich sind diese Ozeane
an Transzendentaler Symphonik schimmernde Eingänge zu geheimen Realitäten,
hin zu körper- jedoch nicht formlosen Orten, oder vielmehr:
Zuständen, scheinbar jenseits von Zeit und Raum gelegen, voller Sinnhaftigkeit
und Harmonie! Dort, wo das Gedächtnis von Lachen und Weinen für
immer lebendig bleibt ... und doch verschmilzt, übergeht zu einem
umfassenden, unerschütterlichen, wissenden Lächeln, dem Ausdruck
wahrer, zeitloser, unverschleierter Freude. Immer wieder
zieht es die Seele von neuem dorthin ... und immer wieder aus dem
gleichen schon oft und oft angedeuteten oder unmittelbar ausgesprochenen
Beweggrund - der Sehnsucht und der Suche nach dem verlorenen Paradies
......
...the quest for Eden leads
us on
and music could show the
way,
it can be the way
- and the Final Destination!
Just being there,
no- and everywhere.
There will no more be any
closed door
while listening to the River
Of Sound and its ancient lore
everflowing into and within
the Sea Of Tranquility
and surely nothing bad, nothing
else now matters anymore
feeling restrictionless -
out there my heart is really free...
Being part of the Neverending
Creativity....!
Mike Oldfield
- The Songs From Distant Earth
Gleiches ließe sich
auch völlig zwanglos über dieses Wunderwerk sagen.
Jedoch, bei good old Oldfield
muß hinzugefügt werden, daß der Mann wirklich unglaublich
viele Banalitäten, Kitsch, Kuriositäten, bis hin zu Absurditäten
vorzuweisen hat, die Liste der während seiner langen wie erfolgreichen
Karriere angesammelten Veröffentlichungen, von denen eher abzuraten
ist, scheint endlos wie das Meer: "Heaven's Open" (zwar klasse Titel,
zumal in Verbindung mit diesem Der-Vogel-kämpft-sich-aus-dem-Ei-Cover,
doch inhaltlich nur ein schwacher Longtrack (diese Breaks!) und banales
Popzeug), "Crisis" (der Longtrack ist ganz gelungen, ansonsten dito!),
"Five Miles Out" (allenfalls ganz nett), "Tubular Bells" (von einigen
Passagen mal abgesehen - etwa Anfang des zweiten Teils - fand ich persönlich
das Debut als noch nicht sooo berauschend), "Earth Moving" (banaler Kram),
"Amarok" (unglaublich komplexer Kram...ein Sechzigminutenstück -
hat schonmal jemand es geschafft, sich das Ding voll konzentriert komplett
reinzuziehen??? Falls ja, bitten wir darum im GÄSTEBUCH
an dieser Erfahrung beteiligt zu werden, incl. Angabe der dabei verwendeten
Drogen!) ..... gut hingegen sind "QE2", "Voyager" (sehr folkig,
mit einigen Traditionals, und epochal das symphonische, deutlich die Zehnminutenmarke
überschreitende "Mount St. Michael"!), gar grandios zu nennen sind
"Tubular Bells II" & "T.B. III", und mit "Distant Earth" gravierte
er seinen Namen endgültig in der Halle der Soundspace Gods in einen
feinstofflichen Triumphalstein aus Onyx an deren Wand, neben einem auserlesenen
Kreis weiterer künstlerischer Weltenschöpfer ein.
Auch reales Fliegen kann
schöner nicht sein!
See you somewhere out there,
Mike!
Alan Parsons
- The Turn Of A Friendly Card
Auch beim guten Alan muß
man aufpassen, welches man von seinen vielen Outputs abgreift, einige
der Sachen aus den Achtzigern sind - wie "Vulture Culture" oder das andere
mit dem Industrie-Cover (Titel?) und dem Welthit "Don't Answer Me" -,
mit Verlaub gesagt, etwas seicht geraten, rauschen doch arg höhepunktarm
durch.
Musikalisch wie auch textlich
einfach hinreißend dagegen ist dieses genannte Album aus dem Jahre
1980, mit seinen vielen orchestralen Passagen, muß man diesen Glanzstern
einfach gehört haben, vor allem "Time", "The Gold Bug" und das über
16-minütige Titelstück fließen über vor philosophischem,
weltanschaulichem und richtungweisenden Tiefgang, sowie berührenden,
geradezu archetypischen, astralen Harmoniegebilden...! Ein High Light!
Savatage
- The Wake Of Magellan
Vor ein paar Wochen für'n
Zehner abgegriffen, konnte diese Band mich heutzutage nicht mehr in dem
Maße begeistern, wie noch vor über zehn Jahren mit "Gutter
Ballet" und "Streets". Obschon das Album sehr gut ist, na ja, vor allem
den Gesang des Duos Stevens / Oliva hätte ich mir etwas glanzvoller
gewünscht... trotzdem bleiben fast durchgehend gute, mal aggressivere,
mal bombastisch-orchestrale, Songs zu konstatieren, und das letzte Drittel
killt durchaus!
Ist ganz nett, mal einen
Blick zurück zu werfen, darauf, was die alten Faves zuletzt denn
so getrieben haben, doch liegen dazwischen mittlerweile so viele neue
beseeligende musikalische Horizonte, neu erschlossene, mithin weiter führende,
preziösere Klanglandschaften, in welchen die Musikseele sich beheimatet
fühlt, es bleibt da halt zwangsläufig einiges am Wegesrand zurück,
das einfach, sei es nun aus finanziellen- zeitlichen- oder overflow- und
interessens-Gründen, nicht weiterverfolgt werden kann. Savatage gehören
wohl zu diesem Kreis.
Vergessen jedoch, vergessen
wird nichts werden, niemals!
We'll remember!
William Orbit
- Old Pieces In A Modern Style
Wie der Titel bereits andeutet,
verwandelt W. Orbit hier klassische Stücke verschiedener Komponisten
durch seine elektronische Interpretation am Synthesizer in eine
völlig neue Erfahrungswirklichkeit von klassischer Musik. Denn ein
um's andere Mal verläßt er, den wohl nicht zufällig in
seinem Namen präsenten, Orbit von Mutter Erde! Die Auswahl, mit überwiegend
elegischen Stücken mag hierbei eine Rolle gepielt haben, aber ich
habe den Eindruck, daß der raumgreifende, sanft dahinhallende Sound,
dieser hauchzarte, das All umschmeichelnde, umspielende Schleier, welchen
Orbit kreiert, ihnen noch zu (mindestens) einer erweiterten Dimension
verhilft. Zudem hat der gefragte Produzent (weiß nicht, ob er auch
selbst komponiert - ich nehme es mal an), der u.a. Madonnas "Ray Of Light"
veredelte, sich ein sehr eigenes, charakteristisches Klangbild erarbeitet,
wüßte wirklich nicht zu sagen, wo ich solcher Art Sounds schonmal
vernommen hätte!
Zwar benötigen drei
der Pieces ein wenig der Gewöhnung (Satie, Vivaldi, Beethoven), doch
bei den meisten anderen, wie etwa Barbers fast zehnminütiger, grundloser
Violinenfluß, oder jenem von Ravel, den zweien von Gorecki und dem
abschließenden Gleitflug Beethovens geben sie den paradiesischen
Träumen eines jeden Romantikers eine Gestalt und ein Zuhause, hauchen
ihnen neues Leben ein.
Zuguterletzt bleibt mir
nur noch eine kleine Aufzählung von, in ihrem qualitativem Niveau
ebenfalls völlig abgehobenen, elitären Werken, die so in den
letzten ein, zwei Jahren veröffentlicht wurden und mit zu den in
Staunen, Ergriffenheit, Begeisterung, Herzensraumerweiterung führendsten
gehören, welche jemals im Bereich Progressive Rock & Metal erschaffen
wurden.
Das nun ohne die gewohnte
Übertreibung, ehrlich!
Da wäre natürlich
unbedingt Ayreons
grandioses Konzeptwerk "The Universal Migrator" zu nennen, welches in seinen
beiden Akten "The Dream Sequencer" & "Flight Of The Migrator" den Reisenden
mit auf einen phantastischen Trip durch Zeit und Raum, durch Welt- und
Kosmosgeschehen mitnimmt...
Dann die vor dem Hintergrund
des untergegangenen Atlantis stattfindende mythologische Nachtfahrt der
Seele in "The New Mythology Suite" von Symphony
X, deren dramatischer Epic
Symphonic Metal wie kein zweiter prädestiniert scheint, die Spannung
und das Ringen zwischen den Gegensätzen der Erscheinungswelt, sowie
das Verlieren deren Balance in der Zeitlichkeit und schließliche
Wiedererlangen derselben in angedeuteten friedvollen Daseinsformen, mit
musikalischer zartgliedriger Sensibilität auf der einen und titanischer
Urkraft auf der anderen Seite, mitunter direkt neben einander stehend,
darzustellen.
Selbstredend Pendragon,
welche mit "Not Of This World" wahrlich abermals eine extraterrestrische
Klangwelt erschufen, komplex bis zum Gehtnichtmehr und doch eingängig
und frei dahingleitend, von solcher mannigfaltiger Opulenz, poetischem
Tiefgang und klanglicher Phantasie gesegnet, wie nur wenig anderes in der
Geschichte der Menschheit.
Schließlich
"Legacy" von Shadow Gallery.
Was soll und kann ich dazu noch sagen? Das Album knüpft perfekt an
den eternalen Klassiker "Carved In Stone" an ("Tyranny" kenne ich bisher
leider kaum), wobei sich die Band darauf anspielend so einige augenzwinkernde
Reminiszenzen nicht nehmen ließ, und fügt ihrer bisherigen Reihe
an Spacetime-Classics einige weitere Lichterscheinungen hinzu, läßt
damit einen Sternschnuppenregen an preziösesten Melodien auf die dunkle
Erde hernieder gehen und nimmt den diesbezüglich zweifelsohne nicht
abgeneigten Minddrifter, falls nicht bereits längst geschehen, im
34minütigen Abschlußepos "First Light", einem der besten Songs
aller ungezählten Äonen, vollends mit zur immateriellen Himmels-Oase......!!!
Just listen, let yourself
go - and be there......
Diese knappen Worte
müssen für's erste genügen, obwohl ein jedes der angesprochenen
Werke es Wert wäre, ungleich eingehender gewürdigt zu werden.
Allein die Zeit läßt auch dies nicht zu, denn wo soll man anfangen
und wo enden, da andere Künstler, namentlich Arena,
Heather Nova, Dream Theater, Porcupine Tree, Enya, Freedom Call
und Marillion
uns vor kurzem ebenfalls wieder mit sagenhaften Musik beglückten.
So will ich denn darauf bezogen
zum Abschied nochmals ein ultimatives Superlativ 'raushauen, denn - Achtung!
- jede einzelne der erwähnten Schöpfungen ist ein transdimensionales
musikalisches Multiversum, angefüllt mit formen- farben- und lichtreichen,
zaubrisch funkelnden und durchgeistigten Klang-Galaxien ...
!
- Heiko- 10 - 12 /
2001
(wow, hat es tatsächlich
jemand bis hierher geschafft?!?)
(meinen Glückwunsch!)
(....und Dank für's
Zuhören und Interesse..!)
(Uff.................)
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