Zur Rubrik "Hören"
Kommentieren
Zur Hauptseite
Zur Hauptseite
Worum's geht...
Musikmacher
Bewegte Bilder
Lesen
Anderes


 „When the music's over, turn out the lights“
(The Doors)


[01] TRANSMISSIONARY SIX (2002)

Während des Bestehens und auch nach dem Ende der WALKABOUTS sind die mittlerweile ehemaligen Bandmitglieder fleißig mit eigenen Bands und Solo-Projekten unterwegs. Das gilt auch für Terri Moeller und Paul Austin: bis 2008 als TRANSMISSIONARY SIX aktiv, zwischenzeitlich mal aufgelöst, dann aber wieder reaktiviert und live ebenfalls wieder zu sehen – das bislang letzte Album erschien 2023. Allzu weit sind „T6“ (der Bandname in Kurzform) nicht von den WALKABOUTS entfernt, wodurch stilistisch eventuell unliebsame Überraschungen hier nicht zu erwarten sind.

In den frühen 2000er Jahren erschien das unbetitelte erste T6-Album, das mit ruhiger Akustik-Note und einigen, im Hintergrund gehaltenen elektronischen Effekten, einen angenehmen Einstieg in die diesjährige Herbstmusik bietet, geschrieben an einem ebenso angenehm unhektischen Feiertag. Die Songs sind nicht allzu lang gehalten, die Scheibe geht nach knapp 31 Minuten über die Ziellinie. Ausgesprochen viel Abwechslung bieten manche Stücke nicht, aber in der richtigen Stimmung genossen treffen sie überwiegend schon ziemlich genau den jahreszeitlich passenden Nerv. Eingerahmt von zwei ähnlich betitelten Songs („Short Wave Hello“ & „Short Wave Goodybe“) sind einige Höhepunkte auszumachen wie „Marooned“ oder „My Paper Party Hat“, anderes Material ist ein wenig monotoner im Ansatz und vielleicht nicht sofort eingängig („Mothball“).

Neben zwei CD-Auflagen in Pappverpackung ist das Album wie auch andere T6-Veröffentlichungen bei Bandcamp erhältlich, zum Streamen über die App oder als digitale Kaufversion. Physisches gibt es dort aktuell nur in sehr begrenzter Auswahl, digital kann man jedoch die Diskographie in umfangreicher Form entdecken. Wer nach dem Ende der WALKABOUTS vor mehr als zehn Jahren eventuell auftretende Phantomschmerzen kurieren möchte, ist mit T6 gut bedient. Hier wird doch so einiges von dem, was die Band ausmachte, weitergetragen. In einer sehr lauten und hysterischen Umgebung heutzutage lässt es sich mit dieser Spielart von Musik entschleunigter und nervenschonender leben.



- Stefan -  10/2026